Fussball und Kamelienblüte am Lagio Maggiore.

19 04 2022

Mehr als ein Monat ohne Fussballspiel war vergangen, ehe wir uns erneut auf den Weg Richtung Süden machten. Dieses Mal wurde die Autobahn jedoch bei Bellinzona verlassen und ein kleines Dörfchen namens Gordola angesteuert. Hier schlugen wir unsere Zelte auf, beziehungsweise bezogen unser Hotel für eine Nacht. Mit dem Ticino Ticket, dass es zu jeder Übernachtung kostenlos dazu gibt, durften wir auch (fast) alle öffentlichen Verkehrsmittel im Kanton Tessin nutzen. Da die Haltestelle quasi vor der Haustüre lag, war es ein Kinderspiel innert weniger Minuten nach Locarno zu gelangen.

In Locarno gab es erst einmal Pizza, sehr zu Freuden von Finja, welche nicht nur am Wort nicht genug bekommen konnte. Es folgte ein gemütlicher Stadtbummel bei bestem Wetter, ehe uns der Weg nach Ascona führte. Die beiden Städte sind nur durch das Maggiadelta getrennt und das kleine Stadion vom FC Ascona liegt unmittelbar nach der Brücke. Leider gestaltete sich der Zugang mit Kinderwagen etwas schwierig.

Fussball, Schweiz, 2. Liga interregional, neuer Ground
26.03.22 FC Ascona – AS Novazzano
3:0 (1:0), ca. 100 Zuschauer, Stadio Comunale di Ascona, Ascona

10 CHF bezahlten wir für das Kräftemessen der 2. Liga interregional, also der 5. Spielklasse. Obwohl es sich um ein Tessiner Derby handelte, schien sich das Interesse im Rahmen zu halten. Die Jugend widmete sich ohnehin dem Spiel England-Schweiz im Fernsehen.

Das Stadio Comunale verfügt über eine ziemlich eng an den Fluss gebaute Tribüne, welche vor nicht allzu langer Zeit mit einem neuen Schriftzug versehen wurde. Das absolut unspektakuläre Spiel plätscherte vor sich hin und Finja spielte fast eine Halbzeit lang mit dem Ball auf dem Nebenplatz. Als kulinarisches Highlight darf die Luganighetta hervorgehoben werden, eine Wurst in Schneckenform serviert im Brötchen mit Paprika.

Am nächsten Tag stand mal was für die Dame auf dem Programm, nämlich der Besuch im Kamelienpark. Die Blüte des Teestrauchgewächses zieht jedes Jahr Unmengen an Besucher an. Für mich gab es noch eine Auswahl an Craft-Bieren für Zuhause. Die Fahrt dorthin verlief leider alles andere als entspannt und dauerte dank Stau fast 5 Stunden.



Ein Wochenende in Milano.

18 04 2022

Da die letzten Monate sehr intensiv waren, blieb der Fussball und auch die Berichterstattung meinerseits leider etwas auf der Strecke. Viel ruhiger ist es zwar aktuell nicht, aber immerhin finde ich nun mal Zeit, die letzten Spiele in Worte zu fassen.

Wenn ich die letzten Jahre etwas falsch gemacht habe, dann war es mich zu wenig um Grounds zu kümmern die bald verschwinden werden. Die Arena Civica Gianni Brera steht zwar schon seit 1807 im Zentrum Milanos, doch Fussball wird dort nicht regelmässig gespielt. Von Napoleon Bonaparte in Auftrag gegeben, hat die wunderschöne Arena von Naumachien über Hinrichtungen bis zu Leichtathletikwettkämpfen schon vieles gesehen.

Fussball, Italien, Serie D, neuer Ground
12.02.2022 ASD Alcione – SS Tritium 1908
2:1 (1:0), ca. 400 Zuschauer, Arena Civica Gianni Brera, Milano

Nachdem der Brera FC eine Zeit lang in der Arena spielte, ist es nun die ASD Alcione, welche das Rund als Heimstätte nutzt. Für 10 EUR Eintritt war man beim Spiel der 4. Spielklasse mit dabei. Kaum war der Kinderwagen auf die Stufen geschleppt, trafen wir auch schon auf Mark aus Bern, mit dem von nun an bei ein paar Bechern Caffè Borghetti gefachsimpelt wurde, während sich Finja auf den Stufen im Klettern übte.

Interessant war, dass für unser Spiel nur die Gegengerade für die rund 400 Zuschauer geöffnet wurde. Bei früheren Besuchen anderer Groundhopper war es jedoch die Haupttribüne. Zum Abschluss gab es noch eine Handvoll Pyro der Gästefans.

Während sich Mark bereits wieder auf den Heimweg machte, verbrachten wir die Nacht in Mailand und verbrachten den nächsten Tag mit Sightseeing.



FC Lausanne-Sport – FC St. Gallen.

25 02 2022

Am frühen Sonntagmorgen wurde erst der Nachwuchs zu Oma und Opa gebracht, ehe es mit Ehegattin an den Genfersee ging: Erneut war Lausanne das erklärte Ziel, gab es doch auch im Fussball ein neues Stadion abzuhaken. Mit 2 SBB-Tageskarten für je 49.- erfolgte die Fahrt dieses Mal auf der Schiene.

Im November 2020 wurde nahe des Flugplatzes Lausanne-Blécherette das Stade de la Tuilière eröffnet, welches das unweit davon weiterhin existierende Stade Olympique de la Pontaise als Heimspielstätte von Lausanne-Sport ablöste. Der Kunstrasen ist mit einer Rasenheizung ausgestattet, welche gemäss Forderung der Grünen maximal ein (!) Mal im Jahr benutzt werden darf. Zudem ist das Dach begrünt und mit Solarzellen ausgestattet.

Fussball, Schweiz, Super League, neuer Ground
30.01.22 FC Lausanne-Sport – FC St. Gallen
1:5 (1 :1), 3’740 Zuschauer, Stade de la Tuilière, Lausanne

Obschon es sich bei der ausgewählten Affiche um ein Kellerduell handelte, hatten wir nicht zuletzt aufgrund des herrlichen Wetters und der gerade beendeten Winterpause auf eine deutlich höhere Zuschauerzahl gehofft. Nicht einmal 4’000 Nasen wollten sich die Partie ansehen. Immerhin die Gäste aus St. Gallen reisten mit einem Extrazug an und boten optisch wie auch akkustisch einen guten Support. 30.- kostete das günstigste Ticket im Sitzplatzbereich, mit diesem konnte man aber ohne Probleme bessere Plätze aufsuchen. So trafen wir dann in der Mitte der Gegentribüne noch auf weitere Vertreter der hoppenden Zunft.

Das Spiel bot einiges an Unterhaltungswert und endete mit einem hochverdienten 5:1-Sieg der Ostschweizer. Die Lausanner Fans verliessen das Stadion schon lange vor Abpfiff und hinterliessen ein Statement in Form eines Banners.

Nach dem Spiel zurück zum Bahnhof zu kommen war dann gar nicht mehr so einfach. An der Bushaltestelle vor dem Stadion hielt kein Bus mehr, da sich die Staatsgewalt breit machte. Die weiteren Stationen im Umkreis wurden aufgrund Fahrermangels gar nicht, oder nur im Stundentakt bedient. So liefen wir etwa den halben Weg zurück, ehe dann doch noch ein Bus mit Fahrer gefunden wurde.



Testspiel in Cham.

25 02 2022

Bei strahlendem Sonnenschein sollte der Testspielterror weitergehen. Zu viert führte uns der Weg nach Cham, wo wir noch einmal auf eine Handvoll Groundhopper stiessen. Während das Töchterlein von den Hobbykickern im Publikum mit Jongliertricks unterhalten wurde, konnte unsereins sich endlich mal wieder mit Gleichgesinnten austauschen.

Fussball, Schweiz, Testspiel, neuer Ground
22.01.22 SC Cham – FC Bassecourt
2:3 (2:2), ca. 80 Zuschauer, Sportplatz Eizmoos Platz 3, Cham

Gespielt wurde auf dem Kunstrasennebenplatz des Sportplatz Eizmoos, welcher immerhin über einige Stufen auf einer Längsseite verfügt. Über das Clublokal hatte ich schon viel positives gelesen, was ich nur bestätigen kann. Zwar war der Wirt alleine mit den wenigen Zuschauern hoffnungslos überfordert, Speis und Trank haben jedoch geschmeckt und das lokale Craftbier gabs als Geschenk zum Mitnehmen.

Auf der grünen Plastikwiese boten die Akteure ein unterhaltsames Kräftemessen, welches am Ende zugunsten der Jurassier ausging. Fantechnisch war eine Gruppe der «Blegi-Kurve» anwesend, welche sich nach der T-förmigen Autobahnverzweigung hinter dem Sportplatz benannt hatte. Nach einer Weile schien auch das Interesse an unserer Herkunft geweckt, wirklich was anfangen konnten sie damit jedoch nicht.

Auf der Rückfahrt hielten wir noch kurz an einem altbekannten Hofladen an, welcher die beste mir bekannte Milch von Jerseykühen anbietet. Grund genug für unseren Mitfahrer, sich auf dem Heimweg damit volllaufen zu lassen…



Fussballerischer Jahresauftakt am Rheinknie.

28 01 2022

Aus Mangel an zeitlich passenden Alternativen bot sich zum fussballerischen Jahresauftakt lediglich ein Testspiel der Frauenmannschaft des FC Basel an. Da wir ohnehin einen Termin am Rheinknie hatten, ging dies in Ordnung. Gespielt wurde auf dem Kunstrasenplatz des Nachwuchscampus Basel, welcher sich auf dem Areal der Sportanlagen St. Jakob in Münchenstein, knapp vor der Stadtgrenze befindet. Immerhin ist ein kleiner, überdachter Ausbau auf einer Längsseite vorhanden.

Wer vor einem Spiel noch etwas Zeit hat, dem empfehle ich einen Besuch des angrenzenden „Park im Grünen“, einer schönen Parkanlage mit Teich, vielen Vögeln, Minigolfanlage und einem lebensgrossen Seismosaurus. Hier lässt sich auch das Auto kostengünstig abstellen.

Den Nachwuchs-Campus hatte ich das letzte Mal kurz nach der Eröffnung mit einem Spiel der UEFA-Youth League besucht. Verändert hat sich nicht viel, doch neuerdings herrscht auf dem ganzen Areal ein Alkoholverbot, weshalb das Matchbier heute ausfallen musste.

Fussball, Schweiz, Testspiel, neuer Ground
16.01.22 FC Basel Frauen – FC Yverdon Féminin
5:1 (3:1), ca. 80 Zuschauer, Nachwuchs-Campus Basel Platz 7, Münchenstein

Die Gastgeberinnen dominierten die Gäste aus der Westschweiz, am Ende stand es 5:1. Eine kleine Gruppe Basler Fans sorgte immerhin für einen Hauch von Support. Als Highlight des Tages durfte ich mal wieder einen Schwatz mit Tanzbär halten, den ich seit sicher 14-15 Jahren nicht mehr gesehen habe.



Léman-Derby in Lausanne.

24 01 2022

Wie schön wäre es doch gewesen: 2 ½ Wochen Ferien und jede Menge Eishockeyspiele zur Auswahl. Leider entschied sich der Verband sämtliche Amateurspiele bis Ende Januar abzusagen. Bleibt ja noch Profieishockey: Nein, auch da wurde so ziemlich alles was mir noch fehlte gecancelt. Schliesslich blieb zur Jahreseröffnung gerade mal das Léman-Derby zwischen Lausanne und Servette.

Nach Langem wieder einmal mit dem Zug und nach Langem wieder einmal zusammen mit dem Geböck ging es in die Olympiastadt, genauer in den Vorort Prilly, wo 2019 die Vaudoise aréna (Eigenschreibweise) eröffnet wurde. Die altehrwürdige Patinoire de Malley wurde zuvor abgerissen und der Lausanne HC trug seine Heimspiele 2 Spielzeiten lang in der provisorischen Patinoire de Malley 2.0 aus.

Eishockey, Schweiz, National League, neuer Ground
08.01.22 Lausanne HC – Genève Servette HC
3:1 (1:0, 1:0, 1:1), 6’112 Zuschauer, Patinoire de Malley, Prilly

Sowohl aussen als auch innen macht die moderne Eishalle einen guten Eindruck. Auch organisatorisch gibt es nichts zu meckern. Für die Fankurve gibt es genügend Stehplätze und das Verpflegungsangebot ist vielfältig, wenn auch nicht gerade günstig. Verkackt hat man es aber mit dem winzigen Gästesektor, der deutlich zeigt, dass Auswärtsfans hier unerwünscht sind.
Für ein allgemeines Gästeverbot sorgte aktuell jedoch bereits die Liga. Daher war es umso mehr verwunderlich, dass sich gut zwei Dutzend Servette-Fans im Käfig einfanden. Die Lausanner Kurve streikte leider und so wurden weder Atmosphäre noch Zuschauerzahl dem Derby gerecht.

Da das Spiel überraschend kurz dauerte, schafften wir es sogar noch auf einen Direktzug nach Lenzburg, obwohl wir rund 15 Minuten wegen einer Signalstörung im Regionalzug zum Hauptbahnhof festgehalten wurden. Aus Erfahrung wurde der Gerstensaft für die Rückreise im Schliessfach vorbereitet, denn in der Waadt gibt es an den Bahnhöfen ab 20:00 keinen Alkohol mehr zu kaufen. Während ich zu einer vernünftigen Zeit zu Hause war, hatte David noch eine Odyssee mit Nachtzügen nach St. Gallen vor sich.



Attisholz-Areal in Riedholz.

16 05 2021

Seit gut 10 Monaten müssen die gewählten Ausflugsziele kinderwagentauglich sein. Ein schöner Spaziergang ist die Route von Attisholz der Aare entlang nach Solothurn. So lautete zumindest der Plan. Wir verweilten allerdings viel zu lange in der alten Cellulosefabrik Attisholz, eine echter Geheimtipp. Eine Mischung zwischen Lost Place und lebendigem Kulturareal.

Die 1881 gegründete und 2008 geschlossene Cellulosefabrik liegt direkt am Ufer der Aare. Auf dem Areal befinden sich einige Bars und Cafés, wie zum Beispiel die Chiquita Bar, welche sich in einem alten, bananengelben Eisenbahnwagen befindet. Wir gönnten uns erst einmal eine Erfrischung (Südfuss Bier der Brauerei Öufi Bier aus Solothurn). Während wir die Sonne genossen, fuhr plötzlich ein weisser VW-Bus vor, die Heckklappe sprang auf und innert Sekunden fanden wir uns an einem Guerilla-Konzert der Band „The Next Movement“. Die Message „Live Music is not dead yet!“ kam an und den Leuten, wie auch unserer Tochter, schien es zu gefallen.

Später wurden die Industriebauten begutachtet, welche zu einem grossen Teil mit sehenswerten, teils haushohen Graffitis verschönert wurden. Sehr zu Nancys Freude steht auch ein ausgedienter, taiwanesischer Cargo-Container an sehr prominenter Stelle. Im hinteren Teil des Areals befinden sich ein Spielplatz, eine Freiluftbühne und ein Basketball Court. An jeder Ecke gingen Leute ihren Hobbies nach, sei es Drohnen fliegen lassen, R/C Cars fahren lassen oder auch ein Fotoshooting. Wer an einem Wochenende hier vorbeikommt, sollte sich definitiv Zeit nehmen um ein Bisschen zu verweilen.



Taiwan: Nach Ankunft Fussball.

1 02 2020

Gerade mal 3 1/2 Stunden waren vergangen seit unser Flieger am gemütlichen Kaohsiung International Airport aufsetzte, da sassen wir schon wieder im Fussballstadion. Mitten in der Stadt befindet sich das Chiang Kai-shek Football Stadium, welches zu einer High School gehört. Mit seiner imposanten Tribüne bietet das nach dem ehemaligen General und umstrittenen Nationalhelden benannte Stadion rund 5’000 Zuschauern Platz. Umso mehr erstaunlich dass mir das Teil bisher nie aufgefallen war.

Fussball, Taiwan, T2-Liga South Division, neuer Ground
19.01.20 Thunderbird SC – Kaohsiung 100 Pacers FC
1:1 (1:0), ca. 40 Zuschauer, Chiang Kai-shek Football Stadium, Kaohsiung

Die South Division der T-2 Liga, so etwas wie die zweite Liga Taiwans, gastiert normalerweise am Sonntag in Kaohsiung. Wir verfolgten das erste Spiel des Tages. Der bereits 1968 gegründete Thunderbird SC ging gegen den mehrheitlich aus Expats bestehende 100 Pacers FC in Führung, musste aber noch ein Gegentor hinnehmen. Nach einer gehässigen Schlussphase blieb es beim 1:1 im Spitzenspiel.

Eintritt wurde wie in Taiwan üblich keiner verlangt. Ebenso üblich ist es dass Essen und Getränke selbst mitgebracht werden. Aber ein Convenience Store findet sich in Taiwan ja an jeder Ecke. Nun ruht der Spielbetrieben wegen der Neujahrsfeierlichkeiten leider für 2 Wochen.



EHC Schaffhausen – EHC Bassersdorf.

13 01 2020

Auch am 2. Samstag im neuen Jahr stand wieder ein Eishockeyspiel auf dem Programm. Dieses fand in Schaffhausen statt, wo seit 2011 im KSS Freizeitpark eine neue Eishalle steht. Die Namensrechte hat sich der hier ansässige Luxusuhrenhersteller IWC gesichert.

Nach einem kurzen Altstadtbummel wurde noch schnell die Situation im Fussballstadion Breite begutachtet. Die Hintertortribüne der ehemaligen Heimat des FC Schaffhausen wurde abgebaut und steht nun auf dem Sportplatz Brand in Thalwil. Dort durfte sie jedoch aufgrund von strengerer Sicherheitsauflagen bis vor Kurzem nicht benutzt werden.

Die IWC-Arena dufte nach Bezahlung der 10 CHF Wegzoll betreten werden. Eiskalt war es im Inneren, für eine moderne Eishalle eher ungewöhnlich. Speis und Trank gab es zu Genüge, der halbe Liter Falkenbräu schlug mit fairen 5 CHF zu Buche und die Würste von 5-7 CHF am Grill vor dem Eingang können ebenfalls empfohlen werden (Tipp: EHC Bratwurst).

Eishockey, Schweiz, 2. Liga, neuer Ground
11.01.20 EHC Schaffhausen – EHC Bassersdorf
0:5 (0:2, 0:1, 0:2), 196 Zuschauer, Arena im KSS Sportpark, Schaffhausen

Spielerisch ging es für die beiden Teams noch darum wer sich in den Playoffs das Heimrecht sichern kann. Nach einer aggressiven Partie gingen die Gäste aus dem Kanton Zürich als klare Sieger vom Platz und mussten in der Schlussphase den Frust der Schaffhauser Spieler durch brutale Fouls spüren.



Jahresauftakt in Tschechien.

5 01 2020

Unser persönlicher sportlicher Jahresauftakt 2020 sollte nach langem Hin und Her in der Tschechischen Republik stattfinden. Als Chauffeur stellte sich Ralph zur Verfügung und so ging es nach einer Nacht bei Oma in Ottobrunn von Freising aus nach Böhmen.

Kurz nach dem Check-In im Heilkurort Karlovy Vary (Karlsbad) fand bereits die erste Eishockeypartie statt. Austragungsort war die moderne KV Arena, welche wir nach ca. 15 Minuten Fussmarsch erreichten. Tickets konnten für 170 Tschechische Kronen (1 CHF = ca. 23 CZK) an der Tageskasse gekauft werden. Viele davon waren aber nicht mehr übrig, denn das Stadion war mit 94% Auslastung fast ausverkauft.

Eishockey, Tschechien, Extraliga ledního hokeje, neuer Ground
02.01.20 HC Energie Karlovy Vary – HC Sparta Praha
3:5 (1:2, 2:1, 0:2), 5’537 Zuschauer, KV Arena, Karlovy Vary

Stimmungsmässig war leider nicht allzuviel los, was wohl auch an der modernen Infrastruktur liegt, welche eher an ein Kino als an ein Eishockeystadion erinnert. Nach dem Spiel blieb die Suche nach einer Pinte lange erfolglos. Karlovy Vary ist Abends wie ausgestorben und im Touristenlokal am Becherplatz wollte man offenbar nur reiche Russen haben. Am Ende fanden wir dann doch noch ein Lokal wo der Abend bei Pivo und Becherovka zu Ende ging.

Am nächsten Tag folgte die Weiterfahrt in die Hauptstadt, welche mehrheitlich über Landstrassen ging, da die Autobahn bisher nur stückweise ausgeabut wurde (man ist aber dabei). Unterwegs wurde die Burg Loket besichtigt, ein Geheimtipp. Im Stadion Eden, dem grössten Fussballstadion des Landes und Heimat des Fussballvereins SK Slavia Prag fanden wir unser Domizil für die Nacht. Sogleich ging es weiter zum Bahnhof Praha-Bubny, von wo aus uns die Bummelbahn für 50 Kronen nach Kladno führte. Nach rund 20 Minuten per pedes standen wir vor dem Eishockeystadion der Ritter Kladno, wo ein gewisser Jaromír Jágr 1988 seine Karriere begann und diese mit bereits 47 (!!!) Jahren erfolgreich weiterführt. Leider wurde der alternde Superstar heute geschont, war aber im Stadion anwesend.

Die richtig geile alte Halle war sehr gut gefüllt, auch wenn die offizielle Zuschauerzahl etwas tief gehalten wurde. Die Stimmung war gut, was auch an den mitgereisten Fans der Gäste lag. Tickets gab es etwas entfernt vom Stadion für wiederum 170 CZK für den Sitzplatz.

Eishockey, Tschechien, Extraliga ledního hokeje, neuer Ground
03.01.2020 Rytíři Kladno – HC Bílí Tygři Liberec
2:0 (2:0, 0:0, 0:0), 3’286 Zuschauer, Mestský zimní stadion, Kladno

Nach einem ruhigen Morgen den wir getrennt von Sandra und Ralph mit Sightseeing und Shopping verbrachten trafen wir uns vor dem letzten Spiel in Prag noch zum Mittagessen direkt neben des Eishockeystadion von Slavia Prag. Dass die Lokalität wohl ausschliesslich von Einheimischen besucht wurde zeigte sich auch an den Preisen. Da die Tageskarte leider nur in Tschechisch vorhanden war nahm der Wirt sich für uns Zeit und übersetzte jedes einzelne Gericht und gab seine Empfehlungen ab. Top Service! Geschmeckt hat es übrigens auch.

Eishockey, Tschechien, 1. ceská hokejová liga, neuer Ground
04.01.2020 HC Slavia Praha – HC Stadion Litomeřice
3:4 (0:1, 3:2, 0:1), 1’441 Zuschauer, Zimní stadion Eden, Praha

Das letzte Spiel der Tour fand in der 2. Spielklasse statt. Für 130 CZK gab es in der alten Halle einen Sitzplatz. Die Gäste lagen Mitte des zweiten Drittels mit 3:0 vorne, Slavia konnte aber noch ausgleichen, doch am Ende nahmen die Gäste die Punkte mit nach Hause.

Nach Hause fuhren auch wir nach dem Spiel, erst nach Freising und dann im eigenen Gefährt nach Lenzburg. 3 tolle Spiele waren es zum Jahresauftakt, Tschechisches Eishockey hat sich bisher immer gelohnt.