Jahresabschlusstour 2017 in Italien.

1 01 2018

Rund 74 Jahre nachdem sich die Herren Hitler und Mussolini zum letzten Mal auf Italienischem Boden trafen sollte im Venetischen Städtchen Feltre am Fusse der Dolomiten erneut Historisches über die Bühne gehen: Endlich sollte auch ich den Eishockeyländerpunkt Italien abhaken können. Da Italien durch die Vereine aus dem Südtirol stark in der internationalen Alps Hockey League vertreten ist bleiben für die 2. Liga, der Italian Hockey League, kaum mehr nennenswerte Vereine übrig. Innert rund 7 Stunden (inklusive starkem Schneefall im Nordtessin ind einem Pizzastop in Pontechiasso) erreichten wir Mogliano Veneto, einen Katzensprung von der Lagunenstadt Venedig entfernt. Der Himmel schien seine Schleusen nicht mehr schliessen zu wollen und so ging es nach dem Check-In gleich weiter auf überfluteten Landstrassen ins 70 Kilometer entfernte Feltre.

Eishockey, Italien, Italian Hockey League, neuer Ground und Länderpunkt
27.12.2017 HC Feltreghiaccio Junior – Hockey Como
1:6 (0:1, 0:2, 1:3), 263 Zuschauer, Palaghiaccio Drio le Rive, Feltre

Der Palaghiaccio Drio le Rive, Heimat des Tabellenschlusslichts HC Feltreghiaccio Junior war gar nicht leicht zu finden. Für 5 Euro gab es am Eingang einen Fetzen Papier ohne Infos. Das nicht geschlossene Stadion wusste aber zu gefallen und auch Spiel bot gute Unterhaltung. Wie zu erwarten bodigte Como Hockey die Gastgeber gleich mit 6:1. Zeuge dieses Massakers wurden 263 Zahlungswillige. Das Bier kostete 3 Euro für 3dl, einen Glühwein gab es für 2.50 und ein Panino schlug mit 3.50 zu Buche.

Mit dem 14. Eishockeyländerpunkt in der Tasche ging es zurück ins Hotel um am nächsten Tag die Gassen und Kanäle Venedigs zu erkunden, eine der Städte, für die die Massen an Touristen Fluch und Segen zugleich sind. Zwischen all den Shops (die überraschenderweise nicht alle denselben Schrott verkaufen) und den überteuerten Restaurants findet man auch regelmässig Protestplakate oder ein gepflegtes „Tourists fuck off“ an der Wand.

Vor rund 12 Jahren wurde die Stadt in der Adria-Lagune das bisher einzige Mal besucht. Sightseeing kam dabei leider etwas zu kurz. Dies wurde nun nachgeholt. Mit dem Schienenersatzverkehr der Trenitalia ging es für total 2.60 EUR direkt vom Hotel in Mogliano Veneto zur Station Venezia Mestre und von da mit dem Regionalzug über den Damm zur Station Venezia Santa Lucia direkt am Canale Grande. An den Shops vorbei wurden dann Jahre später auch endlich der Weg zur Piazza San Marco und der Rialto-Brücke gefunden. Auch das Wetter war inzwischen zumindest auszuhalten.

Was die Preise angeht weiss man zwar dass Venedig eine Touristenfalle ist, wer aber die Augen etwa offen hält und sich nicht von den üblichen Tricks blenden lässt kommt auch hier günstig über die Runden. Auch für unser 4****-Hotel, welches 20 Minuten vom Canale Grande liegt, zahlen wir inklusive traumhaften Frühstück gerade mal 40 EUR pro Nacht. Ein Bruchteil von den Preisen auf der Insel.

Am nächsten Morgen steuerten wir erst einmal einen Supermarkt an um uns mit etwas Pasta, Amaretto und anderen Dingen für daheim einzudecken. Der Weg führte uns in die hirstorische Stadt Ravenna in der Region Emilia-Romagna. Die Fahrt auf mautfreien Landstrassen dorthin war einfach traumhaft. Ravenna lag ursprünglich direkt an der Adria, inzwischen liegt es aber rund 9 Kilometer entfernt von der Küste. Bei unserer Unterkunft, einem hübschen B&B, hatten wir uns mit Patrick verabredet, welcher uns auf dem Rest der Tour begleiten würde. Leider lag das B&B inmitten einer Fahrverbotszone, welche mit Kameras überwacht war. Auch sonst ist die Verkehrsführung in Ravenna alles andere als autofahrerfreundlich. Mit den Nerven am Ende gab es schliesslich den Passierschein A38 vom Vermieter und ich durfte meine Luxuskarrosse an den Kameras vorbeilenken.

Fussball, Italien, Serie C, neuer Ground
29.12.17 Ravenna FC – Bassano Virtus 55 ST
1:2 (1:1), 1’212 Zuschauer, Stadio Bruno Benelli, Ravenna

Nach dem Check-In bewegte sich unsere Reisegruppe per pedes in Richtung Stadio Bruno Benelli, wo der heimische Ravenna FC um 16:30 Uhr gegen Bassano Virtus anzutreten hatte. Die Billete in der Kurve kosteten gerade mal 10 Euro (8 Euro für die Dame). 1’212 Zuschauer gönnten sich den ganz ansehnlichen Kick in der dritthöchsten Spielkasse. Ich musste noch meinen Auotfahrfrust verdrängen und gönnte mir ein paar Bierchen zum Preis von 2.50 Euro. Komisch dass im Stadion Alkohol ausgeschenkt wird, der Chinese in der Bar nebenan aber wegen dem Spiel nichts ausschenken durfte. Ravenna verlor schliesslich mit 1:2 und wir machten uns auf die Suche nach Nahrung.

 

Fussball, Italien, Serie A, neuer Ground
30.12.17 ACF Fiorentina – AC Milan
1:1 (0:0), 30’213 Zuschauer, Stadio Artemio Franchi, Firenze

Am nächsten Morgen bereitete uns Vermieter Bruno bereits um 7:00 Uhr das Frühstück zu und wenig später ging es über gefühlte 10’000 Kurven über die Berge nach Florenz. Das Stadio Artemio Franchi wurde schnell gefunden, die Suche nach einem freien Parkplatz dauerte etwas länger, endete aber erfolgreich rund einen Kilometer vom Stadion entfernt. Die Tickets für das Spiel der obersten Spielklasse (Serie A) zwischen der ACF Fiorentina und der AC Milan hatte Patrick zuvor für je 30 Euro online erworben. Das weite Rund war mit über 30’000 Zuschauern überdurchschnittlich gut gefüllt. Überraschend viele Asiaten waren ebenfalls anwesend, sogar eine Zaunfahne vom ACF-Fanclub Tokyo war auszumachen. Leider war das Spiel aber eines der langweiligsten die ich bisher in Italien gesehen hatte, kein Wunder bewegen sich beide ehemaligen Spitzenteams im Mittelfeld der Tabelle. Emotionen waren kaum zu spüren. Gelangweilt verliessen wir also das Stadion nach dem 1:1-Unentschieden wieder um den nächsten ground anzusteuern. Sightseeing in Florenz hatten wir schon vor einem jahr absolviert.

Erst einmal war aber Stau angesagt. Rund eine Stunde standen wir in der Stadt um auf die Schnellstrasse zu gelangen. Irgendwann war es aber genug und wir wählten unseren eigenen Weg durch die Nebenstrassen. Die richtige Entscheidung. Nach rund einer Stunde Fahrzeit wurde das kleine Städtchen Pontedera in der Provinz Pisa erreicht. Die Eintrittskarten für 14 bzw 11 Euro auf der Haupttribüne waren schnell organisiert, eine Nahrungsquelle zu finden war leider nicht allzu einfach.

Fussball, Italien, Serie C, neuer Ground
30.12.17 US Pontedera – AS Lucchese Libertas
3:2 (3:1), 603 Zuschauer, Stadio Ettore Mannucci, Pontedera

Viele Zuschauer waren im Stadio Ettore Mannucci nicht anwesend, geschätzte 600 an der Zahl. Neben uns waren noch ein paar andere Groundhopper und eine komische Delegation adrett gekleideter Amerikaner im fortgeschrittenen Alter welche als Rugby-Fans erkennbar waren.Als nach weniger als 10 Sekunden bereits das 1:0 hätte fallen müssen war klar dass wir nun für das trostlose Gekicke davor entschädigt werden würden. Nach 6 Minuten fiel dann auch das überfällige erste Tor für die Gäste, Torschütze Massimilio Pesenti sollte noch zwei weitere Male treffen. 3:2 ging die Partie, eine der spielerisch besten bisher in Italien überhaut, am Ende aus. Sowohl Pontedera als auch die Gäste aus dem nahegelegenen Lucca boten einen akzeptablen optischen uns akkustischen Support im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Nach einer letzten Pizza führte uns der Weg mit ein paar Stopps zurück in die Heimat welche am frühen Morgen des letzten Tages von 2017 erreichte wurde. Eine schöne, wenn auch nicht ganz billige Italien-Tour ging zu Ende und ich nutze die Gelegenheit Euch allen ein schönes 2018 und viele neu Grounds (wer damit etwas anfangen kann) zu wünschen.



Lausanne HC – ZSC Lions.

26 12 2017

Nachdem die Patinoire de Malley in Prilly, Heimat des Lausanne HC Ende letzter Saison zwecks Neubau abgerissen wurde errichtete man direkt beim Bahnhof Prilly-Malley ein temporäres Stadion, die Patinoire provisoire Malley 2.0. Ein schlichter, aber durchaus seinen Zweck erfüllender Stahlrohrbau. Positiv zu erwähnen ist das Verpflegungsangebot im Village rund ums Stadion, negativ die Bierpreise.

Eishockey, Schweiz, National League, neuer Ground
23.12.17 Lausanne HC – ZSC Lions
1:2 n. V. (0:0, 1:0, 0:1), 6’444 Zuschauer, Patinoire provisoire Malley 2.0, Prilly
National League somit wieder komplett.

Lausanne traf im gestrigen Spiel der National League (so heisst die oberste Liga der Schweiz seit dieser Saison) auf die ZSC Lions. Bei Mannschaften stecken tief in der Krise. Leider machte sich die auch beim Support bemerkbar: Die Heimfans streikten und die ZSC-Fans boykottieren Lausanne diese Saison sowieso komplett. Es war nicht ein Zürcher Fan als solcher erkennbar. Das Spiel war ganz in Ordnung, trotz 1.0-Rückstand drehten die Gäste das Resultat noch in den Schlussminuten bzw. der Verlängerung. Für mich spielte das Resultat keine Rolle, Hauptsache die oberen 2 Ligen wieder komplett.

Da eine direkte Zugfahrt nach Lausanne zu langweilig gewesen wäre fuhren Nancy und ich mit einer Tageskarte der Gemeinde Staufen (43 CHF) zuerst ins italienische Städtchen Domodossola, wo wir uns nach dem Marktbesuch eine Pizza gönnten. Gesättigt ging es bei strahlendem Wetter weiter nach Lausanne, wo Weihnachtsmarkt und ein Abstecher an den See nach Ouchy drinlagen. Obwohl das Zeitpolster mehr als genügend gross war wurde es vor dem Spiel hektisch, da der Bahnhof Renens wegen Personen in Gleisnähe plötzlich gesperrt war und kein Zug mehr fuhr. Es ging also per Metro und Bus zum Stadion, was deutlich länger dauerte.

Alles in allem ein gelunger Ausflug den nur die SBB mit ihrer Bürgerbevormundung trübte, denn nach 20 (!!!) Uhr ist es nicht möglich auf dem Heimweg ein Bier zu kaufen, auch der Migrolino neben dem Stadion ist trocken und der Speisewagen war geschlossen.



Bahlinger SC – SSV Reutlingen.

10 12 2017

Auf der Suche nach einer guten Kombination zwischen Fussball und Weihnachtsmarkt fiel die Wahl auf Bahlingen und Freiburg im Breisgau. Bei schönem Wetter erreichten Nancy und ich das Kaiserstuhlstadion überpünktlich und trafen darin gleich auf ein altbekanntes Gesicht und ein paar weitere Hopper die man vom Namen her kannte.

Fussball, Deutschland, Oberliga Baden-Württemberg, neuer Ground
09.12.17 Bahlinger SC – SSV Reutlingen
2:2 (1.2), 250 Zuschauer. Kaiserstuhlstadion, Bahlingen

Das Spiel zwischen Bahlingen und Reutlingen (mit immerhin ein paar aktiven Fans) war zwar nicht schlecht, wurde aber trotzdem mehrheitlich verplaudert. Am Ende stand es 2:2 durch einen späten Ausgleichstreffer der Gastgeber. 250 Nasen, davon rund 10 Hopper waren anwesend. Auch die Jungs von der Staatsgewalt waren mit einem Grossaufgebot vor Ort, sind die Reutlinger Fans doch nicht gerade als Heilige bekannt. Übertrieben war es trotzdem. Kulinarisch gab es eine grosse Auswahl, nur Bier gab es entgegen den Preislisten nur eine Sorte und auf der Gegengerade sogar nur alkoholfrei. Positiv zu erwähnen gibt es die feurige Grillwurst mit Harissa, diese Kombination habe ich bisher auch noch nie gesehen. Im Anschluss ging es nach langer Parkplatzsuche auf den total überfülten Weihnachtsmarkt in der Freiburger Innenstadt.



Ein Kreisliga-Wochenende am Hochrhein.

13 11 2017

Während sich in den unteren Ligen der Schweiz grösstenteils nichts mehr tut kämpft man sich in unserem nördlichen Nachbarland auch bei garstigem Herbstwetter noch durch die Kreisligen. Das nach einer Nacht Dauerregen aber überhaupt jemand auf dem Rasenplatz spielen würde hätten wir nicht gedacht, wurde die Planung im Vorfeld doch mehrmals über den Haufen geworfen.

Fussball, Deutschland, Kreisliga B Hochrhein, neuer Ground
11.11.17 SV Stühlingen – SV Altenburg
2:2 (0:0), ca. 50 Zuschauer, Sportplatz an der Wutach, Stühlingen

Da Herr und Frau Schweizer ihren Samstag gerne mit einem Einkauf in Deutschland verbringen durften auch wir (Yves und Ich) erst etwas im Stau beim Grenzübergang Koblenz ausharren, ehe wir mit leichter Verspätung den Sportplatz an der Wutach in Stühlingen, einen Steinwurf von der Schweizer Grenze erreichten. Wir hatten gleich zwei Mal Glück, da das Spiel erstens auf dem Hauptplatz und zweitens mit rund 10 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, da das Spiel der Jugend nicht rechtzeitig zu Ende war. Wir sahen ein umkämpftes 2:2 auf tiefem Boden, ärgerten uns etwas über den geschlossenen Grill, zahlten 2 Euro Eintritt und führten ein interessantes Gespräch mit einem Zuschauer der zu den Gästen aus Jestetten zählte. Der Ground wusste auch zu gefallen, insbesondere die Flutlichter hatten irgendwie polnischen Charme.

Als nächste Station wurde der hübsche Ground des ESV Waldshut, welcher seit diesem Jahr wieder über eine Herrenmannschaft verfügt, auserkoren. Als wir beim Stadion ankamen erfuhren wir gleich dass der Schiedsrichter das Spiel hier nicht durchführen würde. Man einigte sich darauf beim Gegner SV Waldhaus auf Kunstrasen zu spielen.

Fussball, Deutschland, Kreisliga C Hochrhein, neuer Ground
11.11.17 FC Bad Säckingen 2 – TIG Rheinfelden
2:2 (2:1 ), ca. 50 Zuschauer, Hochrheinstadion (Nebenplatz), Bad Säckingen

Wir kehrten gleich wieder um und fuhren nach Bad Säckingen, wo man das Spiel immerhin im Hochrheinstadion angesetzt hatte. Leider gibt es auch hier seit diesem Jahr einen Kunstrasen, welcher immerhin über einen Ausbau verfügt. So gönnten wir uns erst einmal ein leckeres Cordon Bleu in der Vereinsgaststätte (13.90 Euro inkl. grossem Salatteller), ehe man sich den Kick im Dauerregen zu Gemüte führte. Immerhin konnte sich das Gekicke sehen lassen und nach je einer gelb-roten Karte trennte man sich auch hier 2:2-Unentschieden. Eintritt wurde immerhin keiner verlangt, das kleine Tannenzäpfle-Bier kostete dafür schon 2.50 Euro.

Wenn auch kaum etwas nach Plan verlief ging es dann doch mit 2 akzeptablen Grounds im Gepäck wieder über die Grenze (2 Grounds liegen übrigens innerhalb der Zollfreimenge).

Mit Kreisligafussball ging es auch am Sonntag weiter. Die Strassensperre durch einen umgestürzten Baum noch vor der Grenze machte uns schonungslos klar: Heute wird es ungemütlich. Auf der Hinfahrt bei strömendem Regen (bereits etwa 48 Stunden regnete es fast durchgehend) traten links und rechts der Strasse sämtliche Bäche über die Ufer und Wiesen wurden überflutet.

Fussball, Deutschland, Kreisliga C Hochrhein, neuer Ground
12.11.17 SV Görwihl 2 – SV Luttingen
0:7 (0:3), ca. 50 Zuschauer, Sportplatz Im Weiherfeld, Görwihl

Keinen Cent hätte ich darauf gewettet dass unser Spiel in Görwihl stattfinden würde, und schon gar nicht auf dem Hauptplatz. Wir hatten Glück, es wurde auf dem ziemlich gut durchnässten Platz 1 zum Anstoss gebeten, aber erst nachdem der Unparteiische sich nochmals erkundigt hatte ob die Spieler sich das wirklich antun wollen. Im Clublokal des SV Görwihl fanden wir zwar Wärme, ärgerten uns aber über den ekligen Kaffee für freche 2.60 Euro. Die Hausherren gingen schliesslich gleich mit 0:7 unter, womöglich auch weil der Methusalem unter den Torhütern irgendwie keinen Bock hatte.

Fussball, Deutschland, Kreisliga A Hochrhein, neuer Ground
12.11.17 SV Todtnau – SV Herten
1:2 (1:0), ca. 70 Zuschauer, Kandermattstadion, Todtnau

Weiter ging es nach Todtnau, die Wasserpegel stiegen und stiegen, aber das hübsche Kandermattstadion, unter dem der Fluss Wiese sogar ein kleines Stück unten durch fliesst, verfügt ja über Kunstrasen auf dem Hauptplatz. Ohne uns Sorgen zu machten suchten wir eine Pizzeria auf und gönnten uns eine Stärkung. Für um die 8 Euro gab es einen wirklich guten Teigfladen im gepflegten Ambiente. Ein kurzer Blick auf die Todtnauer Wasserfälle erhascht und ab ging es in Stadion. 3 Euro Wegzoll für einen gedeckten Sitzplatz, da kann man nicht meckern. Groundhopper waren wir auch nicht die einzigen im Stadion. Und Anpfiff. Doch schon nach 5 Minuten war wieder aus die Maus, ein Gewitter zog auf und der Schiri stoppte das Spiel. Das Plakat mit dem Slogan „Stell dich dem Sturm“ schien zu keinem Zeitpunkt passender. Erst sah es so aus als wäre hier Feierabend, aber nach gut 20 Minuten trauten sich die Akteure dann doch noch mal raus und beendeten ihren Arbeitstag korrekt. Nach einer frühen Führung des Heimteams drehten die Tabellenführer aus Herten das Spiel in der Schlussphase.

Bereits während dem Spiel sahen wir die Feuerwehr vorbeifahren, doch auf dem Heimweg wurde uns klar wie schlimm die Lage im Wiesental wirklich war. Unzählige Einsatzfahrzeuge waren unterwegs, ein Campingplatz wurde evakuiert und an vielen Orten füllte man Sandsäcke. Mancherorts nagte das Wasser gefährlich an den Häusern während unweit bereits die ersten Holzhütten den Fluten zum Opfer fielen. Hoffen wir der Regen lässt bald nach.



FC Schönau – FC Erzingen.

5 11 2017

Fussball, Deutschland, Bezirksliga Hochrhein, neuer Ground
05.11.17 FC Schönau – FC Erzingen
2:5 (0:3), 90 Zuschauer, Jogi-Löw-Stadion, Schönau im Schwarzwald

In den letzten Monaten sah ich mehrere Spiele des TuS Efringen-Kirchen unter Trainer Thomas Hauser, dem ersten deutschen Torschützen in der englischen Premier League, welcher aus der Gemeinde Schopfheim stammt. Ebenfalls aus dem Wiesental stammt der aktuelle Trainer der deutschen Nationalmannschaft und amtierender Weltmeister, Joachim „Jogi“ Löw. Nach ihm wurde auch das Stadion seines Stammvereins benannt, bei welchem ich heute vorbeischaute.

Der FC Schönau 08 grüsst momentan von der Tabellenspitze der Bezirksliga Hochrhein und hätte gegen den zwölftplatzierten FC Erzingen aus dem Klettgau eigentlich nichts zu befürchten gehabt. Allerdings fehlten heute verletzungsbedingt zwei wichtige Spieler, weshalb man die desolate Leistung zumindest teilweise nachvollziehen kann. Mitte der zweiten Halbzeit stand es 0:5 für die Gäste, ehe die Hausherren doch noch zu 2 Glückstreffern kamen. Das Publikum suchte die Schuld jedoch beim Schiedsrichter, welcher sicher nicht immer ein glückliches Händchen bewies, aber an der Niederlage kein Mitschuld trug.

Im Jogi-Löw-Stadion, welches mit Plastikunterlage ausgestattet ist, gibt es neben ein paar Stufen auch Flutlicht und eine nette Gaststätte. Das grosse Riegeler Landbier kostete 2.30 Euro, der Kaffee 1.90 Euro und die wohl schlechteste Grillwurst Südbadens gab es für 2.50 Euro. In den Genuss des Angebotes kam man nachdem man den Wegzoll von 4.00 Euro bezahlt hatte. Der Kassierer merkte selber dass ich auf den Standardpapierschipsel der als Ticket diente verzichten konnte und liess die Rolle gleich in der Kasse liegen.



FC Weisslingen – SC Barcelona.

5 11 2017

Fussball, Schweiz, 3. Liga FVRZ, neuer Ground
29.10.17 FC Weisslingen – SC Barcelona
1:3 (0:1), ca. 60 Zuschauer, Sportplatz Mettlen, Weisslingen

Wenn ein Verein nicht einmal fähig ist unter eigenem Namen anzutreten und sich stattdessen einfach SC Barcelona (nachdem man sich erst Real Madrid Zürich nennen wollte und sich die Anwälte aus Spanien eingeschaltet haben) nennt kann man sich etwa ausdenken wie sympathisch so ein Verein auf dem grünen Rasen daherkommt. Nachdem dem der die Intelligenzbestien zuletzt auch noch wegen massiven Gewalttaten auf dem Rasen 8 Punkte abgezogen wurden und ein Spieler in einem anderen Fall eine lebenslange Sperre erhielt sollte eigentlich jedem klar sein dass es sich hierbei um den Bodensatz des Schweizer Fussballs handelt, was die primitiven Kicker mit Pomadenfrisuren auch heute wieder eindrücklich bewiesen.

Die ersten 20 Minuten gingen eigentlich ganz fair über die Bühne, es stand bereits nach 5 Minuten 0:1 für Barcelona. Weisslingen kämpfte, wurde aber schlecht belohnt. Während mindestens ein Spieler von Barcelona bereits in der 1. Häfte hätte vom Platz gestellt werden müssen boten seine Mitspieler immer mal wieder die eine oder andere Tätlichkeit und viele grobe Fouls, der schwache Schiri schien aber jedes Mal gezielt wegzusehen. Zugegeben, das zwischenzeitliche 1:1 vom FC Wislig war klar Offside, aber auch das 1:2 der Gäste konnte nur durch eine klaren Fehlentscheid realisiert werden. Als der vom SC Barcelona zur Verfügung gestellte Linienrichter dann auch noch bei einer klaren Torchance unfairerweise die Fahne hob war auch dem letzten im Publikum klar mit was für einem trostlosen Verein man es hier zu tun hatte. Am Ende gelang Barcelona noch das 1:3, es bleibt aber zu hoffen dass der Verein wieder absteigt und den Herren die Lust am Fussball vergeht.

Der Eintritt zu dem Spektakel, bei dem rund 60 Nasen dem eisigen Wind trotzten, war übrigens frei. Aus der Küche gönnte ich mir eine Portion Pommes Frites (ganz miserabel) für 5 CHF und einen Kaffee für 3.50 CHF. Im nachhinein hätte ich wohl besser auf die Würste der lokalen Metzgerei setzen sollen.



FC Geisslingen – TuS Efringen-Kirchen.

16 10 2017

Fussball, Deutschland, Bezirksliga Hochrhein, neuer Ground
15.10.17 FC Geisslingen – TuS Efringen-Kirchen
1:5 (0:4), 140 Zuschauer, Sportplatz Geisslingen, Klettgau

Da ausnahmsweise der Morgenkick im Kanton Zürich verschlafen wurde machte ich mich am Nachmittag auf in Richtung Südbaden. Bei herrlichem Herbstwetter boten die Rebberge auf dem Weg ein traumhaftes Farbenspiel. Ziel war die Gemeinde Klettgau, genauer der Ortsteil Geisslingen. Hier trägt der diesjährige Aufsteiger in die Bezirksliga Hochrhein seine Heimspiele aus. Der unspektakuläre, aber idyllische Platz am Dorfrand wurde im Jahre 1953 errichtet. Damals hatte man schon auf modernste Entwässerungsmethoden gesetzt. Ausserdem soll die Idylle bald durch den Bau einer neuen Turnhalle gestört werden. Diese, und viele weitere Informationen über den Verein erzählte mir ein älterer Herr, welcher beim Bau des Sportplatzes dabei war. Er hatte auch eine Erklärung für die miserable Saisonleistung der Geisslinger Elf. „Das Sturmtrio ist auf einem Auslandssemester in England und kommt erst an Weihnachten zurück.“ Das Training in Oxford sei aber gesichert, es gäbe dort auch einen Fussballclub. Die Geisslinger verloren also einmal mehr, diesmal mit 1:5, bereits nach 15 Minuten war das Spiel mit 0:3 entschieden. Während des Spiels wechselten noch ein paar Euro den Besitzer, 3 davon für den Eintritt, 2.50 für eine Flasche Rothaus-Bier und weitere 2.50 für eine wirklich gute Schweinsbratwurst vom Grill. Es war dies übrigens schon mein vierter Ground in der Gemeinde Klettgau.

 



FC Rafzerfeld 2 – FC Regensdorf 2.

8 10 2017

Fussball, Schweiz, 4. Liga FVRZ, neuer Ground
08.10.17 FC Rafzerfeld 2 – FC Regensdorf 2
1:3 (1:1), ca. 40 Zuschauer, Sportplatz Trube, Rafz
2. Liga FVRZ somit komplett.

Etwas später als gewohnt, nämlich um 11:30 Uhr, stand der gewohnte Sonntagmorgenkick im Zürcherischen Fussballverband an. Da die geplante Komplettierung der 2. Liga FVRZ tags zuvor wegen des Länderspiels verschoben werden musste sollte dies eben mit der Zweitvertretung des FC Rafzerfeld nachgeholt werden.
Der Sportplatz Trube in der Grenzgemeinde Rafz wurde schnell gefunden. Viel zu früh war ich zum Glück nicht dort, denn das Wetter war kalt und garstig. Da eine Jugendmannschaft fast zeitgleich spielte gab es auch keine Nebenplatzgefahr. Der Sportplatz Trube gehört zu einem Schulareal und verfügt über einige Betonstufen am Clubhaus. Der provisorische Kiosk in einem Container ist weniger zu empfehlen, man hatte es gerade mal geschafft zur Halbzeit 3 Würste auf den Grill zu legen, von denen 2 reserviert waren. Das Spiel fing langweilig an, gewann jedoch aufgrund einer miserablen halben Stunde des Schiedrichers etwas an Brisanz. Der Unparteiische schien dabei ein paar Regeln nach seinem eigenen Ermessen auszulegen. Am Ende gewannen die Gäste nicht unverdient mit 1:3, der Penalty zum 1:2 kann sich aber wohl nur der Schiri erklären. Zum ersten Mal überhaupt habe ich somit beide Gruppen der 2. Liga FVRZ komplett.



Schweiz – Ungarn.

8 10 2017

Fussball, Schweiz, WM-Qualifikation
07.10.17 Schweiz – Ungarn
5:2 (2:0), 32’018 Zuschauer, St. Jakob-Park, Basel

Da ein Freund meines Vaters 5 Sitzplätze an bester Lage für das Schlagerspiel gegen Schweiz – Ungarn gewonnen hatte liess auch ich mich wieder einmal zu einem Auftritt der in der WM-Qualifikation bisher verlustpunktlosen Schweizer Nati hinreissen. In Pratteln wurde man von der Autobahn gelotst um abseits vom Verkehrschaos um den Basler St. Jakob-Park für 10 CHF das Automobil zu parkieren. Mit dem „Drämmli“ ging es schliesslich zum Stadion, wo rund 2 Stunden vor Anpfiff ordentlich was los war. Leider wie gewohnt viel Werbung und alles sehr schlecht organisiert. Was den Bierausschank angeht hätte man meinen können die Organisatoren würden zum ersten Mal ein Spiel dieser Grösse ausrichten. Für 5.50 CHF plus 2 CHF Depot gab es schliesslich einen knapp gefüllten 4dl-Becher abgestandene Feldschlösschen-Pisse. Überraschenderweise gab es auch im Stadion Bier mit Alkohol, allerdings nicht an allen Ständen. Das soll noch einer verstehen.

Die Nati überzeugte mit einer soliden Leistung und schoss die Ungaren, für die es um nichts mehr ging, gleich mit 5:2 ab. Das letzte Tor wäre allerdings vermeidbar gewesen. Für Stimmung sorgten die zahlreichen Magyaren, welche den Gästeblock gut ausfüllten und auch mit etwas Pyro auf sich aufmerksam machten. Wenn auch die Stimmung nicht schlecht war, konnte man von den Schweizern nur vereinzelte „Hopp Schwiiz“-Rufe vernehmen. An Länderpsielen fehlt halt einfach der organisierte Support. Alles in allem ein gelungener Ausflug ans Rheinknie.



FC Engstringen – FC Altstetten.

1 10 2017

Fussball, Schweiz, 3. Liga FVRZ, neuer Ground
01.10.17 FC Engstringen – FC Altstetten
2:0 (1:0), 87 Zuschauer, Sportplatz Brunewiis, Oberengstringen

Wenn man am Sonntagmorgen Lust auf Fussball, aber keine Lust weit zu fahren hat, dann bietet sich immer wieder die 3. Liga FVRZ an. Beim FC Engstringen war ich allerdings schon einmal, damals wurde das hitzige Spiel gar mit einem Polizeieinsatz beendet. Inzwischen nutzen die Engstringer aber einen anderen Platz als Hauptplatz. Diesen gab es damals schon als Schulsportanlage und ich fragte mich warum er nicht genutzt wurde. Nun wurde das Potential auch vom Verein erkannt. Ein paar Modernisierungsarbeiten mussten erledigt werden, das alte, charmante Clublokal blieb aber dasselbe. Der alte Platz dient nun als Nebenplatz.

Am heutigen Morgen war der benachbarte FC Altstetten aus Zürich zu Gast. Die tolle Partie ging am Ende mit 2:0 an die Gastgeber. Als dumm konnte man insbesondere das Verhalten der Gäste bezeichnen, welche sich beim souveränen Schiedsrichter reihenweise Karten abholten, ohne zu merken dass der Unparteiische das ständige Gemaule rigoros ahndet. So kam es auch zu einem direkten Platzverweis gegen Altstetten.

Eintritt musste keiner bezahlt werden. Kurz vor Schluss, etwa in der Hälfte der siebenminütigen Nachspielzeit, fingen zwei Junioren an Spenden zu sammeln. Wohl etwas spät, da sich die Hälfte der offiziell 87 Zuschauer bereits auf dem Heimweg befand. Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, ich blieb allerdings nur beim dringend benötigten Kaffee.