Kurztrip nach Belize.

26 01 2015

Von Playa del Carmen fuhr ich schliesslich mit dem Bus nach Chetumal, der Hauptstadt des Bundesstaates Quintana Roo. Von hier hat man sehr gute Verbindungen nach Belize, dem südlichen und englischsprachigen Nachbarland von Mexiko. Da ich von dem Karibikstaat beim letzten Mal nicht allzubegeistert war plante ich nur ein paar Tage dort zu verbringen um endlich den Fussballländerpunkt nachzuholen.

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Bereits frühmorgens stand ich am „Mercado Nuevo“, von wo die klapprigen alten Busse aus Belize ab 7:00 Uhr über die Grenze fahren sollten. Um 8:30 Uhr kam dann der erste und gleich darauf 4 weitere, doch los ging es erst um 9:15 Uhr. Für 100 MXN konnte ich nach der Grenzkontrolle bis nach Belize City durchfahren. An der Grenze versuchten die mexikanischen Zöllner wieder mal von allen die Einreisegebühr einzufordern, die aber jeder bereits mit dem Flugticket bezahlt hatte. Mexikanische Zöllner dürfen ohnehin in keinem Fall Geld annehmen. Ausser mir haben dann alle die glaube ich 374 MXN bezahlt, eine Quittung hatte natürlich am Ende keiner.

In Belize City musste ich den Bus wechseln um nach San Ignacio nahe der guatemaltekischen Grenze zu gelangen. Die alten umlackierten US-Schulbusse sind langsam, unbequem und halten an jeder Ecke an um Leute ein- bzw. Aussteigen zu lassen. Gegen 17:00 Uhr erreichte ich schliesslich mein vorgebuchtes Gästehaus, eines der einzigen günstigen die online verfügbar waren. Hätte ich gewusst dass man in San Ignacio zum halben Preis schon ein Einzelzimmer bekommt hätte ich die Buchung sein lassen, denn das Hostel war miserabel (das Personal aber freundlich).

Kaum eingecheckt musste ich gleich wieder zurück in die Hauptstadt Belmopan, es blieben schliesslich nur noch 2 1/2 Stunden bis zum Anpfiff des Meisterschaftsfinals. Als ich auf den Bus wartete sprach mich plötzlich jemand auf schweizerdeutsch an. Ich konnte das Gesicht im ersten Moment nicht zuordnen, doch dann war mir klar dass es sich um einen ehemaligen Mitschüler meines Bruders aus dem selben Dorf handelte. Er ist vor 2 1/2 Jahren nach Belize gezogen und hat inzwischen eine Bäckerei in Belmopan.

Während der gemeinsamen Fahrt lernte ich Curt und seine Freundin kennen. Sie wollten auch zum Spiel. Dies war ein Glückstreffer, denn die Partie fand nicht in dem Stadion statt von dem ich ausging. Curt hatte jedoch schon ein paar Freunde angerufen die uns zum richtigen Stadion fuhren.

Fussball, Belize, Premier League-Final, neuer Ground und Länderpunkt
17.01.15 Belmopan Bandits FSC – Police United FC
4:0 (1:0), ca. 2’000 Zuschauer, Isidoro Beaton Stadium, Belmopan

Da es vor dem Stadion lange Schlangen gab (Eintritt 15 BZD, 2 BZD = 1 USD) schaute am Ende eine zeitliche Punktlandung heraus. Das Belmopan-Derby im Isidoro Beaton Stadium lockte doch etwa 2’000 Zuschauer in den tristen Ground, der nur über 2 kleine Tribünen verfügt und dessen Flutlich bei uns nicht mal für ein Regionalliga-Spiel reichen würde.

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Die Partie lautete übrigens Polizei gegen Banditen: Genauer Police United FC gegen Belmopan Bandits FC. Das Hinspiel am Montag davor ging 1:1 aus was für ordentlich Spannung sorgte. Schnell machten die Bandits jedoch alles klar und gewannen am Ende 4:0 und somit die dritte Meisterschaft in Folge. Die Stimmung war nicht berauschend, doch es gab immer wieder Feuerwerk zu bestaunen. Sehr populär scheint hier auch das aus den USA stammende „Tailgating“ zu sein: Man fährt mit dem Auto direkt ins Stadion (in den USA auf den Parkplatz), öffnet den Kofferraum und fängt an zu grillieren und Bier aus der Kühlbox zu trinken.

Curt brachte mir immer mal wieder ein Bier vorbei und bestand darauf dass wir zusammen mit seinen Freunden in San Ignacio noch weiter Party machen würden. Er wohnt im Schwesterdorf Santa Elena, welches durch eine Brücke mit San Ignacio verbunden ist. Wir landeten also noch in diversen Bars und ich lernte viele seiner Freunde und Verwandten kennen.

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Am nächsten Tag nahm ich an einem vom Hostel organisierten Ausflug in den Dschungel teil. Belize besteht immer noch zu 2/3 aus Regenwald und hat nur gut 300’000 Einwohner auf einer Fläche wie das deutsche Bundesland Hessen. Die Natur ist einfach unglaublich und unser Guide Amadore lehrte uns viel über die heimische Pflanzenwelt. Am Ende konnten wir uns erst im Fluss und dann an einem Wasserfall erfrischen.

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Die letzte Nacht wechselte ich mein Gästehaus und gönnte mir ein Einzelzimmer. Ich gönnte mir nochmal eines der reichhaltigen „Belizean Breakfasts“ und machte mich gegen 9:00 Uhr mit dem Bus auf in Richtung Belize City. Etwa auf halbem Weg zwischen der Hauptstadt un der Küste legte ich jedoch einen Stopp ein. Hier gibt es etwas ganz Besonderes zu sehen, nämlich den von vielen als besten Kleinzoo der Welt bezeichneten „Belize Zoo“. Und ich muss sagen, dem kann ich zustimmen.

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Der Zoo liegt direkt am Highway in einem Dschungel. Er wurde 1983 von einer Amerikanerin gegründet nachdem 13 Tiere von einer TV-Produktionsfirma zurückgelassen wurden und fast gestorben wären. Noch heute findet man im Belize Zoo ausschliesslich einheimische Tiere die entweder verletzt oder verwaist waren. Darunter sind Tapire, Adler, Affen, Krokodile, Füchse und sowohl eiin Puma als auch ein Jaguar. Die Tiere sind sehr fotogen und es ist schon ein besonderes Gefühl wenn man einem Jaguar mit etwa 5cm Abstand direkt in die Augen schauen kann. Ein Highlight dass ich jedem empfehlen kann (Eintritt 30 BZD).

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Nach dem Zoobesuch wartete ich auf den Bus als Ismail aus Honduras anhielt und mich mitnahm. Sein Auto hate die besten Tage längst hinter sich und fiel fast auseinander. Auf die Frage wie schnell man denn in Belize fahren dürfe meinte er dass sei ihm egal, sein Tachometer funktioniere eh nicht mehr.

Mit dem Bus ging es dann weiter bis zur Grenze wo ich ganz offiziell die 37.50 BZD Ausreisesteuer zahlen musste. Ich wusste dass mein Vorrat an Belize-Dollars knapp war, doch dass ich am Ende mit 0.20 BZD in der Tasche die Grenze überquere hätte ich nicht gedacht. Die Einreise auf dem Landweg kostet übrigens wirklich etwa 374 MXN, diese darf man aber auf keinen Fall an der Grenze bezahlen sondern auf irgendeiner Bank die einem dann die Einreisekarte abstempelt. Wer allerdings wie ich weniger als 8 Tage bleibt braucht nichts zu bezahlen.

Nun folgte noch eine Kleinbusfahrt ins Zentrum von Chetumal, woch ich noch 2 Nächte im sehr schönen Paakal’s Hostel blieb und die Stadt anschaute ehe es nochmals an die Riviera Maya ging. Das dort geplante Fussballspiel der dritten Liga verpasste ich leider, da es ohne Gründe auf den Freitag vorverschoben wurde. Nun ist bereits der vorerst zweitletzte Tag in Mexiko. Morge fliege ich ab Cancun in ein Land das ich bisher nicht eingeplant hatte. Einige Teile davon kenne ich schon. Fussball wird es dort leider nicht zu sehen geben, dafür eine andere Sportart.



Playa del Carmen, das künstliche Mexiko.

23 01 2015

Nun sollte es endlich in die Wärme gehen. Dafür sorgte die mexikanische Billigairline Volaris, bei der ich schon vor einigen Wochen ein Ticket nach Cancun für rund 65 CHF gebucht hatte. Mal abgesehen dass wie üblich alles extra kostet gabs an der Airline nichts auszusetzen.

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Cancun wurde mit leichter Verspätung erreicht und mit dem ADO-Bus ging es für 137 MXN nach Playa del Carmen, einem modernen Touristenort der mit dem eigentlichen Mexiko nichts zu tun hat. Grund für den Zwischenhalt war dass meine Eltern dort in den Ferien weilten.

Am ersten Abend war ein gemeinsames Abendessen angesagt und 2 Tage später fuhren wir nach Tulum, den Maya-Ruinen etwa 60 Kilometer von Playa entfernt. Mit den Colectivos kommt man für 40 MXNrelativ günstig dorthin, der Eintritt ist mit gut 60 MXN auch noch erschwinglich.

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Die Ruinen sind vor allem wegen ihrer Lage direkt am Meer einzigartig, doch lange nicht so eindrucksvoll wie etwa Chichén Itzá. In gut einer Stunde hat man eigentlich alles gesehen.

Leider fand während meines Aufenthaltes in Playa gerade das BPM Festival statt, offenbar ein Highlight für Liebhaber elektronischer Tanzmusik. Mir sagte dass ganze nichts und auch die extrem laute Beschallung im Hostel bis 2:00 Uhr morgens hätte nicht sein müssen. Kommt dazu dass die Hostelpreise während dieser Zeit fast doppelt so hoch waren.

Am vierten Tag unternahmen wir einen Ausflug zu den Cenotes „Jardin del Eden“, einem wunderschönen kleinen Badesee etwa auf halbem Weg nach Tulum. Colectivo 30 MXN, Entritt 60 MXN. Wir waren relativ früh dort und hatten den Cenote fast für uns alleine, später kamen dann Scharen von Touristren die sich nach etwas Abkühlung sehnten. Nebst dem Hauptcenote gibt es noch 2 kleiner Cenotes daneben in denen man allerdings nicht baden kann. Zurück ging es per Taxi. Da der Fahrer ohnehin nach Playa musste nahm er uns für den selben Preis mit den das Colectivo gekostet hätte.

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Nun bin ich nochmals auf dem Weg nach Playa del Carmen, um ein Fussballspiel zu sehen und mit meinen Eltern den Geburtstag meiner Muttter zu feiern. Auf einen ausführlichen Bericht verzichte ich jedoch. Dafür gibts als nächstes etwas über meine Ausflug ins südliche Nacbarland von Mexiko zu lesen.



Zwischenhalt in Puebla und Fussball im grossen Stil.

19 01 2015

Von Veracruz nahm ich den Bus nach Heroica Puebla de Zaragoza , oder kurz: Puebla. Puebla liegt umgeben von der Sierra Nevada und den beiden aktiven Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl und ist auch bekannt für sein Volkswagen-Werk, in dem 2003 der letzte traditionelle VW Käfer vom Band lief.

Nebst der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt lohnt sich auch ein Besuch im Eisenbahnmuseum (12 MXN). Auch in Puebla habe ich nochmals ein Stück Königskuchen und einen Becher eines sehr leckeren Heissgetränks bekommen. Die Weihnachtsfeierlichkeiten dauern hier ungewöhnlich lange.

Sehr speziell ist auch die poblanische Küche. In einem günstigen Restaurant wurde mir Hühnchen mit Mole Poblano aufgetischt. Dabei handelt es sich um eine Sauce aus Chilli und Schokolade.

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Von Puebla fuhr ich am frühen Morgen zurück nach Mexiko-Stadt und checkte im bereits bekannten Hostel ein. Nun war endlich Fussball angesagt. Mit der U-Bahn fuhr ich zur Endstation Tasqueña, von da ging es mit einer Art Tram weiter zur Haltestelle Estadio Azteca. Endlich stand ich vor einem der grössten und bekanntesten Stadien der Welt, wo bereits zwei Mal ein WM-Final (1970 und 1986) stattfand.

Fussball, Mexiko, Liga MX, neuer Ground
10.01.15 Club América – Club León
3:2 (2:2), 66’853 Zuschauer, Estadio Azteca, Ciudad de México

Vor dem Stadion herrschte bereits reges Treiben. Unzählige Stände verkauften Fanartikel und Verpflegung. Da die Schlangen vor den Ticketschaltern unglaublich lang waren und ich ohnehin nicht ganz oben sitzen wollte kaufte ich auf dem Schwarzmarkt ein Ticket im Mittelrang für 200 MXN, was billiger als normal war. Aufgedruckt waren zwar 70 MXN für ein Kind, den Ordnern war das aber egal. Im Stadion gibt es freundliche Damen die einem für ein freiwilliges Trinkgeld den Sitzplatz zeigen und den Sitz putzen.

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Das Eröffnungsspiel des amtierenden Meisters Club América in der Clausura (eine Art Rückrunde, die aber einzeln gewertet wird) gegen León war wie erwartet nicht ausverkauft, etwa 66’000 Zuschauer verteilten sich auf den insgesamt 106’000 Sitzen. Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Schon nach 7 Minuten lagen die Gastgeber 2:0 vorne. León konnte dann aber ausgleichen und schoss sogar noch ein drittes Tor, welches aber aberkannt wurde. Am Ende gelang América doch noch der Siegtreffer.

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Fussball, Mexiko, Liga MX, neuer Ground
11.01.15 Pumas UNAM – Querétaro FC
1:1 (1:0), 33’638 Zuschauer, Estadio Olímpico Universitario, Ciudad de México

Am Tag darauf war bereits wieder Fussball angesagt. Dieses Mal im Das Estadio Olímpico Universitario, dem Olympiastadion von 1968. Das billigste Ticket im wunderschönen Rund kostete 185 MXN. Zu Gast bei den Pumas UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) waren die „Gallos Blancos“ aus Querétaro. Hier hätte eigentlich auch Ronaldinho mitspielen sollen, wäre er nicht vor einiger Zeit untergetaucht. Die Stimmung unter den fast 34’000 Zuschauern war besser als im Aztekenstadion. Am Ende trennten sich die beiden Teams 1:1 unentschieden. In der Pause gab es eine Show der Marschkapelle der Uni zu bestaunen. Nach eigenen Angaben soll es sich dabei um die beste Lateinamerikas handeln.

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Da die Pumas meistens am Sonntagnachmittag spielen und es im Stadion kaum Schatten gibt empfehle ich dringend Sonnenschutz mitzunehmen. Ich habe mir nämlich einen ordentlichen Sonnenbrand geholt. Vor dem Stadion kann man sich übrigens gut und günstig verpflegen. Im Stadion sind Speisen und Getränke der fliegenden Händler eher teuer (ein Bier in beiden Stadien 80 MXN!).

Am Montag war dann der nächste Flug angesagt. Noch blieb es aber bei einem Inlandflug südwärts.



3 Tage in der Hafenstadt Veracruz.

9 01 2015

Die weiteren Tage in Mexiko-Stadt schlenderte ich mehrheitlich mit Marcelo durch die Strassen der Hauptstadt und probierte die kulinarischen Genüsse der mexikanischen Küche aus. Am Sonntag besuchte ich unter anderem das Museum für Erinnerung und Toleranz, welches sich verschiedenen Völkermorden (mehrheitlich dem Holocaust) widmet (69MXN). Ebenso gab es eine temporäre Ausstellung über Nelson Mandela zu besichtigen.

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Am Montag fuhr ich dann mit einem australischen Päärchen zum grossen Busbahnhof TAPU am Rande der Stadt. Zum Glück machten wir einen fairen Fixpreis von 50 MXN aus, denn am Ende standen wir kurz vor dem Ziel fast 20 Minuten im Stau, weshalb wir dann zu Fuss die letzten Meter bewältigten.

Vom TAPU fuhr ich mit einem bequemen ADO-Bus (Autobuses de Oriente) innert gut 5 Stunden in die Hafenstadt Veracruz (520 MXN). Hier war es leider nicht so warm wie erwartet: Am Abend zuvor wütete ein Sturm und der Wind war immer noch recht heftig. Ausserdem war das Internet am ersten Tag ausgefallen. Im Oyster Hostel von Victoria und Raúl fühlte ich mich äusserst wohl, war es doch mehr ihre Privatwohnung als ein Hostel. Das Zimmer teilte ich mit den 2 Deutschen Stefan und Cristoph.

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Gleich am ersten Abend wurden wir von Victoria und Raúl eingeladen ein paar Bierchen zu trinken. Sie organisierten 2 Taxis mit denen wir weit ausserhalb der Stadt fuhren, doch dort gab es die besten Bars. Der Abend endete dann in den frühen Morgenstunden und Raúl war äusserst froh dass er uns erst gegen 11:00 Uhr Frühstück machen musste.

Am Dienstag wurde das historische Zentrum der ältesten spanischen Siedlung auf dem amerikanischen Festland erkundet. Dazu gehörten der Leuchtturm, die Festung, der Malecón und natürlich der Zócalo, der in keiner mexikanischen Stadt fehlen darf. Leider war das Wetter immer noch recht garstig.

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Tags darauf wollten wir eigentlich eine Bootstour zu den beiden vorgelagerten Inseln machen, doch es fuhren keine Boote. Grund hierfür waren einerseits die hohen Wellen, anderseits die extrem hohe Polizeipräsenz und viele abgesperrte Strassen und Plätze. Wie wir später herausfanden war der Präsident in der Stadt. Victoria meinte sie überrasche die viele Polizei nicht, wollen doch die meisten Mexikaner ihrem Staatsmann an die Gurgel.

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Da wir somit das Geld für die Bootstour gespart hatten liessen wir uns auf eines der teuren Fischrestaurants direkt am Strand. Dieses war trotz des hohen Preises leider eine herbe Enttäuschung, doch die Lage war toll (und auch das Wetter war etwas besser).

Am Nachmittag liefen wir zum Zócalo. Hier wurde um 16:00 Uhr einer der Höhepunkte des Weihnachtsfestes gefeiert, in etwa das was bei uns der Dreikönigstag einen Tag zuvor ist. Auf einer grossen Bühne standen 12 Fahrräder die an die hunderte Kinder davor verlost wurden. Vorher durfte sich aber jedes Kind nach langem Anstehen ein Spielzeug und ein Stück Kuchen abholen. Auch wir wurden gleich zu Kuchen und Schokomilch eingeladen. Als Gegenleistung wollte man dann Fotos für die Presse machen, schliesslich waren wir weit und breit die einzigen Gringos.

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Zurück im Hostel gab es dann wieder mal kein Internet (und auch sonst keinen Strom). Grund dafür war dieses Mal ein explodierter Transformator in der Nachbarschaft. Das Problem wurde jedoch fix behoben. Nachdem Stefan und Christoph einen Nachtbus in den Süden nahmen quatschte ich noch eine Weile mit Victoria und trank Erdnusslikör (nicht so mein Geschmack). Nach einer weiteren Nacht ging es mit dem Bus weiter in die Stadt, in der im Sommer 2003 der letzte VW-Käfer traditioneller Bauart vom Band lief.



Die Ruinen von Teotihuacán.

4 01 2015

Nach einer geruhsamen Nacht und einem leckeren Hostelfrühstück wollte ich mich eigentlich gerade aufmachen die Altstadt in unmittelbarer Nähe zu erkunden, als ich auf der Türschwelle meinen Mitbewohner Marcelo aus Brasilien traf. Er wollte gerade nach Teotihuacán, der Ruinenstadt etwa 45 Kilometer ausserhalb von Mexiko-Stadt. Da es zu zweit mehr Spass macht schloss ich mich ihm an.

Per Metro ging es zuerst zur Endstation Indios Verdes, von wo wir für 42 MXN einen Bus nach Teotihuacán nahmen. Wir erwischten leider den Bus der alle Dörfer abklapperte. Für nur 2 MXN mehr gibt es einen Expressbus, wie wir bei der Rückfahrt feststellten.

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Wer zu den Ruinen von Teotihuacán gelangen möchte darf nicht im Dorf San Juan Teotihuacán aussteigen sondern sollte bis zur Endhaltestelle Las Pirámides fahren. Am Eingang zahlt man 65 MXN, im Preis sind sämtliche Stätten und Museen inbegriffen.

Teotihuacán ist eine der bedeutendsten Ruinenstätten Amerikas. Die Highlights sind ohne Zweifel die riesige Sonnen- und die etwas kleinere Mondpyramide. Die Azteken fanden das riesige Areal bei ihrem Eintreffen bereits verlassen vor. Da sie nicht glauben konnten dass die riesigen Pyramiden von Menschenhand erschaffen wurden gingen sie davon aus dass hier die Götter in den Himmel aufstiegen, weshalb sie den Ort Teotihuacán nannten, was soviel wie „Heimat der Götter“ bedeutet. Zu seinen Glanzzeiten lebten in Teotihuacán bis zu 200’000 Menschen. Seit 1987 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Vor allem um auf die Sonnenpyramide zu gelangen muss man etwas anstehen, doch der mühsame Aufstieg (70 Meter) lohnt sich durchaus, die Aussicht auf das umliegende Hochland und die Berge ist fantastisch. Wer sich ausgiebig alles anschauen möchte kann hier durchaus einen ganzen Tag verbringen. Bei einem Besuch unbedingt genügend Wasser mitnehmen! Dieses ist im Areal fast gar nicht und wenn dann nur sehr teuer erhältlich.

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Nach dem Verlassen des Areals liefen wir entgegen dem Touristenstrom ins kleine Dorf San Martín de las Pirámides, wo wir uns in der Markthalle mit leckeren Tacos für 30 MXN verpflegten. Danach ging es mit dem Expressbus zurück und zur Belohnung gönnten wir uns ein leckeres Léon-Bier im Hostel. Von Corona wurde uns im Hostel abgeraten, da diese Marke inzwischen mehrheitlich in amerikanischen Händen ist.



Neues Jahr, neue Reise: Ankunft in Mexiko.

2 01 2015

Erst einmal wünsche ich Euch allen für 2015 nur das Beste! Ein neues Jahr heisst für mich dieses Mal auch eine neue Reise. Der Mitternachtschampagner war kaum ausgetrunken da klingelte auch schon wieder der Wecker. In aller Herrgottsfrühe brachte mich der erste Bus zusammen mit einigen betrunkenen Jugendlichen von meinem temporären Wohnort Seon nach Lenzburg und von da ging es mit der Bahn zum Flughafen Zürich.

Am Flughafen war es noch ziemlich ruhig und der Baggage Drop ging recht zügig voran. Dies obwohl der Airbus-A318 nach Paris-Charles-de-Gaulle bis auf den letzten Platz besetzt war. Den Hinflug nach Mexiko-Stadt mit Air France und den Rückflug mit KLM sicherte ich mir bereits Anfang letzten Jahres für äusserst günstige 730 CHF (den Preis gabs nur mit einem kleinen Trick bei der Buchung).

Das Umsteigen in Paris ist etwas mühsam, dauerte aber auch nicht allzulange. Überraschenderweise gab es in der französischen Hauptstadt keine erneute Sicherheitskontrolle. Eine ebenfalls ausgebuchte Boeing-747 brachte mich schliesslich innert 12 Stunden nach Mexiko-Stadt, der Hauptstadt der vereinigten Staaten von Mexiko. Der Flug war angenehm und gegen Air France kann ich entgegen früherer Erfahrungen nicht mehr allzuviel Negatives sagen. Ganz schlecht war die Auswahl an Filmen und Serien, überraschend gut das Essen.

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Am Aeropuerto Internacional Benito Juárez angekommen dauerte die Einreise kaum 10 Minuten. Die Immigration Card und Zolldeklaration gabe es bereits im Flieger und auch der Drogenspürhund der seine Runden drehte fand in meinem Rucksack nichts. Die Tourismusabgabe ist bei der Anreise per Flugzeug bereits im Ticket inbegriffen (was den eigentlichen Ticketpreis nochmals um 21 CHF reduziert). Bei Einreise auf dem Landweg muss diese Gebühr aber erneut bezahlt werden. An der Grenze Chetumal – Corozal (nach Belize) versuchen die Zöllner die Gebühr auch bei der Ausreise einzustecken.

Einmal in Mexiko-Stadt gelandet gibt es mehrere Möglichkeiten ins Zentrum zu kommen: Da wären die authorisierten Taxis (ca. 150 MXN, 1 CHF = ca. 14 Mexikanische Pesos), die Metro für spottbillige 5 MXN (kam wegen des nicht erlaubten Gepäcks nicht in Frage) und der Metrobús , Linie 4 für 30 MXN (plus 10MXN für die Karte, kein Wechselgeld am Automaten). Dieser ist relativ leer und fährt innert ca. 30 Minuten direkt in die Altstadt und klappert dort dann alle Sehenswürdigkeiten ab (innerhalb der Stadt 5 MXN). Für mich eindeutig die beste Variante.

Von der Metrostation Hidalgo wo auch der Bus hielt waren es nur noch wenige Meter zu meinem Hostel. Die Nacht im Hostel Suites DF kostet 180 MXN und auf den angekündigten Zuschlag für Nicht-YHA-Mitglieder wurde verzichtet. Da nach dem Check-In bereits nach 22:00 Uhr war war dann auch gleich der erste richtige Schlaf des Jahres angesagt.

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