Côte d’Azur, Österreich und Ungarn an einem Wochenende.

7 04 2012

Kaum war meine zweite Weltreise Geschichte zog es mich bereits wieder weg von daheim. Schliesslich habe ich ja noch über einen Monat Zeit ehe das Arbeitsleben wieder ruft. Bereits in Malaysia hatte ich für weniger als 200 Schweizer Franken 2 Flüge und 1 Nachtzugreise gebucht. Ziel war es endlich den umstrittenen Länderpunkt Monaco abzuhaken und die österreichische Bundesliga im zweiten Anlauf zu komplettieren.

Mit Easy Jet ging es am Freitag ausgeschlafen nach Nizza an der französischen Côte d’Azur. Mit dem Flughafenbus fuhr ich für 4 Euro in die City. Das Ticket gilt dann auf allen Linien der Lignes d’Azur, also auch bis Cap d’Ail, dem Grenzort unmittelbar vor Monaco.

Ohne Probleme fand ich die Wohnung von Riccardo, dem Couchsurfer bei dem ich die Nacht verbringen durfte. Riccardo stammt ursprünglich aus Rom und erwartete mich bereits mit leckerer Pasta und etwas Vino. Danach führte er mich etwas in der schönen Stadt herum. Wenig begeistert war er von Nizzas Einkaufsmeile:„Das ist die Globalisierungsstrasse. Hier kriegst Du alles was Du überall auf der Welt auch kriegst.“ meinte er.

Anschliessend brachte mich der überfüllte Bus entlang der Küste ins Fürstentum Monaco. Obwohl mein Ticket nur bis Cap d’Ail gültig war fuhr ich bis Monaco, das Stadion liegt ja unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Ich vertrieb mir die Zeit mit etwas Sightseeing und musste staunen wie hässlich der total verbaute Stadtstaat doch eigentlich ist. Selbst das Stade Louis II sieht genau gleich aus wie die restlichen Gebäude. Es befindet sich übrigens etwas erhöht auf dem Dach einer Tiefgarage, einer Sporthalle und einem Hallenbad.

Fussball, Monaco, Ligue 2, neuer Ground und Länderpunkt
23.03.12 AS de Monaco FC – LB Châteauroux
2:1 (1:0). 4’073 Zuschauer, Stade Louis II, Monaco

Für 5 Euro gab es ein Ticket in der Kurve. Doch spätestens seit dem Abstieg in die 2. französische Liga scheint sich niemand mehr für den einst so erfolgreichen Verein zu interessieren. Gut 4‘000 Zuschauer sollen es an dem kalten Abend gewesen sein. Ich hätte knapp 1‘000 geschätzt. Am Ende gewann die AS gegen LB Châteauroux mit 2:1, doch mit dem Aufstieg wird es dieses Jahr wohl nix.

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht offerierte Riccardo mir Kekse und 2 richtige italienische Espressi zum Frühstück ehe es mit dem Bus zum Flughafen ging. Dieses Mal aber für lediglich 1 Euro, denn der normale Bus (59 und 70) hält nur wenige Meter vor dem Flughafen am Boulevard d’Anglais, gesagt wird dies den Touristen natürlich nicht.

Obwohl ich mit TUIfly gebucht hatte stand am Terminal 1 eine Maschine der Airline NIKI bereit. Eigentlich ein Glücksfall, denn vom Check-In welcher keine 20 Sekunden dauerte über die Freundlichkeit der hübschen Flight Attendants und die Zweiersitzreihen bis hin zum leckeren und kostenlosen Sandwich gab es bei dieser Vorzeige-Günstigairline nun rein gar nichts auszusetzen. Sogar rund 20 Minuten zu früh setzten wir in Wien-Schwechat auf und aus den Boxen ertönte die inoffizielle österreichische Nationalhymne „I am from Austria“ von Reinhard Fendrich.

Mit der S-Bahn ging es erst einmal zum Südbahnhof, von dem ich wusste dass er momentan „umgebaut“ wird. Das wollte ich mir doch einmal anschauen. Doch dort wo sich früher Sandler und Dealer rumtrieben und die Züge nach Bratislava und Prag fuhren klafft momentan eine riesige Baugrube. Daneben befindet sich ein provisorischer Bahnhof. In Zukunft wird hier der neue Wiener Hauptbahnhof stehen.

Über Meidling ging es weiter nach Wiener Neustadt, dem wir bereits vor 2 Jahren einen Besuch abstatteten. Leider wurde das Spiel damals kurzfristig abgesagt. Grund dafür war starker Nebel. Da die für 21 Euro (Einzelzimmer mit Frühstück) gebuchte Jugendherberge in der ehemaligen Gestapo-Zentrale nur von 17:30-19:30 Uhr zum Check-In lädt erkundigte ich die wunderschöne Altstadt und fing an bei herrlichem Frühlingswetter am Hauptplatz die verbleibenden Blogeinträge zu schreiben.

Fussball, Österreich, Bundesliga, neuer Ground
24.03.12 SC Wiener Neustadt – SV Ried
1:1 (0:0), 1’700 Zuschauer, Wiener Neustädter Stadion, Wiener Neustadt

Nachdem ich endlich einchecken konnte marschierte ich die rund 2.5 Kilometer zum Stadion, welches abgesehen von der Haupttribüne ziemlich provisorisch daherkommt. Der geplante Neubau dürfte nach dem Ausstieg des Hauptsponsor Magna wohl auch nicht mehr realisierbar sein. Bekannt wurde das Stadion übrigens nicht durch Fussball sondern durch den Grossen Preis von Österreich in der Motorsportart Speedway. Doch seit dem Aufstieg des SC finden keine Rennen mehr statt.

Zu Spielbeginn fanden sich etwa 1‘700 Zuschauer ein, davon überraschend wenige aus Oberösterreich. Da die Gäste aus dem Innkreis als drittplatzierte sogar noch gute Chancen auf den Titel haben hätte ich an einem Samstagabend deutlich mehr als die rund 50 Nasen erwartet. Doch auch die Fanszene von Wiener Neustadt gab ein trauriges Bild ab. Immerhin wurden die 30 Teenies zwischendurch überraschend laut und als kurz vor schluss der Ausgleich für die Gastgeber fiel wurde das Team noch einmal so richtig angefeuert.

Nach einer geruhsamen Nacht im Einzelzimmer schleppte ich mich um 8:00 zum Frühstück. Es waren zwar einige Leute im Frühstückssaal, doch es war mucksmäuschenstill, denn es handelte sich dabei um eine Gehörlosenfussballmannschaft aus dem deutschen Ludwigsburg. Nach einer kräftigen Dusche machte ich mich auf zum Bahnhof, von wo es mit dem Regionalzug nach Ungarn ging.

Am Bahnhof Sopron wurde erst einmal Geld gewechselt, eine Fahrkarte gekauft und etwas im kostenlosen WiFi gesurft. Dann brachte mich die Raaberbahn für 1‘680 HUF nach Győr.

Fussball, Ungarn, Nemzeti Bajnokság 1, neuer Ground
25.03.12 Győri ETO FC – Paksi FC
4:1 (0:0), ca. 2’000 Zuschauer, ETO Park, Győr

Nachdem ich etwas im schönen Städtchen an der Raab herumschlenderte lief ich die ordentliche Strecke zum Einkaufszentrum ETO Park. Das Stadion von ETO Győr und die Shopping Mall wurde nämlich zusammen gebaut. Für 1‘000 HUF gab es einen Sitzplatz auf der Gegengeraden. Schon beim Betreten des Stadions musste ich mich etwas gedulden: „Police, no good, bomb…“ probierte ein Ordner zu erklären. Nach 2 Minuten durfte ich dann doch rein und holte mir erst einmal ein Bierchen. Doch da kamen plötzlich Beamte mit Spürhunden: „Finish, bomb, go home!“ hiess es diesmal. Das Stadion wurde also aufgrund einer Bombendrohung geräumt. Wann und ob angepfiffen würde wusste niemand so genau.

Vor dem Stadion lernte ich den englischen Groundhopper Stephen und seine Frau kennen. Sie waren auf Urlaub in Budapest und fuhren von dort aus zum heutigen Spiel. Gemeinsam beschlossen wir in der Eckkneipe auf weitere Infos zu warten. Irgendwann hiess es dann das Spiel würde um 18:00, also mit 2 Stunden Verspätung angepfiffen werden.  Wir betraten das Stadion also noch einmal, aber nicht ohne dieses Mal von einer Spezialeinheit des Militärs durchsucht zu werden.

Das Spiel, welchem Stephens Gattin mit Kopfhörern im Ohr beiwohnte war gar nicht so übel, fielen doch immerhin 5 Tore. Fantechnisch war jedoch kaum etwas erwähnenswert, schon gar nicht was die Gäste angeht. Mit dem Bus schaffte ich gerade noch den Anschluss an den altbewährten Euronight „Wiener Walzer“, der mit der üblichen Verspätung zwischen Budapest und Zürich verkehrt. Mein Schlafwagen wurde allerdings erst in Wien angehängt. Über Nacht erreichte ich also wieder die Schweiz, mit immerhin 3 ansehnlichen Grounds im Gepäck.



Wieder mal Vorarlberg.

10 10 2010

Fussball, Österreich, Regionalliga West, neuer Ground
09.10.10 FC Höchst – SV Austria Salzburg
2:4 (2:3), 350 Zuschauer, Rheinaustadion, Höchst

Für den Samstag war mal wieder ein Auswärtsspiel der Salzburger Austria angesagt, welche sich momentan im Mittelfeld der Regionalliga West tummelt. Im vierten Auswärtsspiel in Vorarlberg sollten heute endlich die ersten Punkte in Ländle eingefahren werden.

Wie bereits beim Spiel in Wattens wurde auch in Höchst lange über eine Absage diskutiert, da man aus unerklärlichen Gründen Angst vor der Masse der eigentlich friedlichen Austria-Fans hatte. Da es in Wattens aber zu keinen Zwischenfällen kam fand das Spiel schliesslich im Rheinaustadion in Höchst, nur durch die Autobahn vom Sportplatz des FC St. Margrethen auf der Schweizer Seite getrennt statt.

Der Zuschaueraufmarsch hielt sich in Grenzen. Gerade mal 350 Zuschauer wollten das Heimspiel des noch punktelosen FC Höchst sehen. Darunter befanden sich rund 150 Salzburger in einem abgetrennten Gästebereich sowie eine stattliche Zahl Schweizer, Deutscher und Österreichischer Groundhopper.

Nach einer torreichen ersten Halbzeit und einem 90minütigen Support der Austrianer endete das Spiel schliesslich mit einem 4:2-Sieg der Violetten.

Fussball, Österreich, 3. Landesklasse VFV, neuer Ground
09.10.10 SC Austria Lustenau 1b – FC Klostertal
3:1 (0:1, ca. 40 Zuschauer, Rheinvorland-Spielplätze, Lustenau

Mittlerweile zu dritt (nebst Andrea gesellte sich noch der Bodenseehopper Philip dazu) fuhren wir unmittelbar nach dem Spiel zum Lustenauer Reichshofstadion. Allerdings war dieses Mal nicht das Stadion das Ziel, sondern die Rheinvorland-Spielplätze. Hierbei handelt es sich um die Nebenplätze des Stadions, welche in den Rheinauen hinter der Haupttribüne liegen. das spezielle am Spielort der 1b-Mannschaft des SC Austria Lustenau ist dass als „Zuschauertribüne“ die Gleise der Bahn der internationalen Rheinregulierung genutzt werden.

Die Partie der achten Spielklasse gegen den FC Klostertal war ziemlich unterhaltsam, der Zuschaueraufmrasch war jedoch wie erwartet nicht der Rede wert. Da Andrea auf der ganzen Tour das Schweizer Mobilfunknetz auf ihrem iPhone hatte suchte sie noch kurz die Adresse der Arena Alberschwende heraus. In diesem Freiluftground wollten wir eigentlich das Heimspiel des EHC Bregenzerwald sehen. Zum Glück erfuhren wir somit noch das das Spiel kurzfristig in die Lustenauer Rheinhalle verlegt wurde. Uns konnte dies egal sein, die Strecke war kürzer und ein neuer Ground wars auch. Für Philip blieb es somit jedoch bei nur einem neuen Ground, nämlich dem mittleren.

Eishockey, Österreich, Nationalliga, neuer Ground
09.10.10 EHC Bregenzerwald – ATSE Graz
4:2 (1:0, 2:1, 1:1), ca. 200 Zuschauer, Rheinhalle, Lustenau

In der Rheinhalle gönnten wir uns zuerst ein Abendessen bestehend aus Pommes Frites und Glühwein. Das Eisbahnrestaurant schaffte es dieses simple Mahl in einem gediegenen Ambiente und so liebevoll zubereitet zu servieren das man sich in einem edlen Restaurant wähnte.

Das Spiel der zweiten Spielklasse, der Nationalliga (die oberste rein Österreichische Liga) zwischen den „Wäldern“ und dem ATSE Graz fand vor 200 Zuschauern statt, wusste vom Niveau her aber durchaus zu gefallen. Und einen Penalty während dem Spiel sieht man auch nicht alle Tage. in unserem Fall waren es sogar zwei, beide Teams blieben jedoch ohne Erfolg. Das Spiel endete dank einem 4:2-Sieg mit den ersten Punkten für das Team aus Alberschwende.



Aufstiegsfeier des SV Austria Salzburg.

8 06 2010

Der 6. April 2005 war ein Tag der die Salzburger Sportwelt veränderte. Damals übernahm der Getränkegigant Red Bull die Salzburg Sport AG und damit den Spielbetrieb des in Finanznöte geratenen SV Austria Salzburg. Nach kurzer Euphorie war klar dass die neuen Bosse von der Tradition des seit 1933 bestehenden Vereins nichts mehr wissen wollten und stattdessen unter dem Namen Red Bull Salzburg einen neuen Verein ins Rennen schickten.

Die Austria war tot, es lebe die Austria: Am 7. Oktober 2005 wurde der SV Austria Salzburg neu gegründet und startete einen Neuanfang fernab des Profifussballs in den Niederungen des Salzburger Fussballverbandes. Drei Mal in Folge realisierte man seit 2007 den Aufstieg. Sollte nun ein weiterer folgen?

Die Tabellensituation zwei Runden vor Schluss sah vielversprechend aus: Zwei Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Hallwang. Bei einem Sieg gegen den heutigen Gegner FC Hallein 04 und einer eher unwahrscheinlichen Niederlage der Hallwanger im Heimspiel gegen den FC Pinzgau Saalfelden wäre der Sprung aus der obersten Salzburger Liga in die Regionalliga West perfekt.

Fussball, Österreich, Salzburgliga, neuer Ground
05.06.10 FC Hallein 04 – SV Austria Salzburg
1:2 (1:1), 1’300 Zuschauer (Platzrekord), Almbacharena, Hallein

Nach rund 90 Minuten Autofahrt nach Lindau und weiteren sechs Stunden in Deutschen Regionalzügen über München und Salzburg trafen auch Andrea und Ich im idyllischen Städtchen Hallein ein. Strahlender Sonnenschein war uns an diesem Samstag gegönnt, perfektes Wetter also um nach einem Jahr wieder einen Klassenwechsel der Austria mitzuerleben. Ohne Eile traten wir den eigens für dieses Spiel ausgeschilderten Fussweg in die Almbacharena an. Wie erwartet war die Arena ein gewöhnlicher Sportplatz, der jedoch mit einer baufälligen Holztribüne auf einer Längsseite auftrumpfen konnte. Für den heutigen Zuschauerandrang wurde diese jedoch gesperrt, was bei genauer Betrachtung auch verständlich war.

Hallein, Hallwang (2)

Hallein, Hallwang (5)

Das Spiel kam natürlich einem Dorffest gleich. Eine Versicherung war auf der Suche nach neuen Kunden und mobilisierte für diesen Event die Österreichische Skirennfahrerin Anna Fenninger, welche fleissig Autogramme gab und zuletzt den Ehrenanstoss übernehmen durfte. Dieser wurde rund zwanzig Minuten nach hinten verschoben, da der Paraglider der den Matchball bringen sollte sein Ziel wohl verfehlt hatte und eben erst gegen 14:20 das Stadion betrat, allerdings zu Fuss.

Rund 1’300 Zuschauer (rund die Hälfte Austrianer) verfolgten das Spiel, in welchem die Austria durch einen Abwehrfehler in Führung ging. Noch vor der Pause trafen allerdings auch die Platzherren zum Pausenstand von 1:1. Nach dem Seitenwechsel stellte sich vor allem der Schiedsrichter in den Mittelpunkt des Geschehens: Nach dem Austrianer Führungstreffer durch einen wunderschönen Freistoss zückte er gleich zwei Mal die rote Karte gegen die Gastgeber, beide Male vermutlich wegen Beleidigungen.

Hallein, Hallwang (21)

Die Halleiner konnten nicht mehr reagieren und die Salzburger feierten den wichtigen Sieg. Die Aufstiegsfeier musste man jedoch noch verschieben, denn der Verfolger Hallwang trat erst um 17:00 an. Grund genug für uns dorthin zu fahren. Zusammen mit Thorsten und seinem Begleiter welche wir vor dem Spiel getroffen hatten fuhren wir in zügigem Tempo mit dem Auto ins rund 25 Kilometer entfernte Hallwang. Fast zeitgleich trafen auch rund 250 Violette ein, fest entschlossen die Promotion an einem Spiel ohne eigene Beteiligung feiern zu können.

Fussball, Österreich, Salzburgliga, neuer Ground
05.06.10 SV Hallwang – FC Pinzgau Saalfelden
0:1 (0:1), 400 Zuschauer, Sportplatz Hallwang, Hallwang

Der Kassier war erst einmal überfordert und nahm halt an was man ihm so in die Hand drückte, da kaum Wechselgeld da war. Bis zum Spielbeginn wurde nun der Imbissstand auf eine Bewährungsprobe gestellt und eine schier unglaubliche Menge an Bosna’s (Österreichische Version der Currywurst, ähnlich einem Hot Dog) ging über die Theke.

Hallein, Hallwang (25)

Der Sportplatz des SV Hallwang liegt abgelegen zwischen Wald und Bauerhöfen und weist keinen nennenswerten Ausbau auf. Die mehreren Sitzreihen auf der Naturtribüne reichen hier aber auch völlig aus. Die anderen drei Seiten sind nicht begehbar. Mit öffentlichem Verkehr wäre dieser wohl kaum zu erreichen gewesen.

Nach unzähligen hochkarätigen Chancen des favorisierten SV Hallwang und mehreren Glanzparaden dessen Torhüters war es dann aber der FC Pinzgau Saalfelden der etwas glücklich in Führung ging. Zuvor wurde ihnen aber auch ein klarer Handelfmeter verweigert. Die Mehrheit der anwesenden 400 Zuschauer bejubelten den Treffer und inzwischen kam auch so etwas wie Stimmung auf. Natürlich waren es Austria-Gesänge welche zu hören waren. Kurz vor Schluss wurde es es noch einmal hitzig auf dem Spielfeld: Der bis anhin gute Unparteiische verweigerte den Gästen erneut einen glasklaren Strafstoss und verwies den angeblichen Simulanten des Feldes. Das Ganze endete in einem Handgemenge bei welchem auch der Trainer der Gäste mitmischte und anschliessend auf die Sitzplätze verbannt wurde.

Hallein, Hallwang (26)

Am Resultat änderte sich jedoch nichts mehr und mit dem Schlusspfiff stürmten die Violetten das Spielfeld um den vierten Aufstieg in Serie zu feiern. Wir beobachteten das Schauspiel noch einige Minuten, da wir aufgrund der erneuten Anspielverspätung von 15 Minuten den letzten Zug ohnehin verpasst hatten. Gemütlich fuhren wir zurück zum Salzburger Hauptbahnhof und entdeckten dass unser Regionalzug immer noch im sich momentan im Umbau befindenden Bahnhof stand. Welch ein Glück, somit blieb uns ein Ausweichen auf den massiv teureren Eurocity erspart. Gründe für die Verspätung wurden übrigens drei verschiedene genannt. So ist es eben wenn die Ausreden innerhalb der Zugbesatzung nicht untereinander abgesprochen werden.

Nach einem schnellen Abendessen im Münchner Hauptbahnhof erreichten wir kurz vor 1:00 morgens den Inselbahnhof in Lindau, von welchem die letzten Kilometer nach Hause bis 3:00 bewältigt waren. Zurück bleiben Erinnerungen an einen herrlichen, aber stressigen Ausflug mit planmässigem sportlichen Ausgang sowie die Vorfreude auf den Auftritt der Austria in der Regionalliga West. Nach dem Zwangsabstieg der Jungbullen aus der zweiten Spielklasse kommt es nun zum ersten Mal zum direkten Aufeinandertreffen mit dem verhassten Red Bull-Konzern.



FC Hard – TSV St. Johann.

11 04 2010

Fussball, Österreich, Regionalliga West, neuer Ground
10.04.10 FC Hard – TSV St. Johann
2:2 (1:1), 300 Zuschauer, Waldstadion, Hard

Nachdem ich den Vormittag damit Verbrachte einer Kollegin in der Ostschweiz beim Umzug zu helfen bot sich der Nachmittag für ein wenig Fussball in unserem Östlichen Nachbarland an. Das Waldstadion in der Marktgemeinde Hard am Bodensee war das erklärte Ziel.

Die idyllische Spielstätte des FC Hard liegt wie der Name schon sagt in einem kleinen Wald mitten im Ort und bietet rund 750 überdachte Sitzplätze auf der hübschen Tribüne. Ebenso trumpft der Ground mit einem reichhaltigen Verpflegungsangebot auf.

Der FC Hard spielt in der Regionalliga West, der dritthöchsten Spielklasse Österreichs. Genau wie der heutige Gegner die TSV St. Johann im Pongau, aus dem Bundesland Salzburg sind die Vorarlberger im Mittelfeld der Tabelle platziert.

Das Spiel verlief unterhaltsam, mit einem frühen Penaltytor für die Gastgeber und einem Ausgleich per Eigentor kurz vor der Pause. Der überforderte Schiedsrichter warf mit gelben Karten nur so um sich, so dass am Ende auch einer der Gastgeber den Platz frühzeitig verlassen musste. Das Spiel endete mit einem gerechten 2:2-Unentschieden, was keines der beiden Teams weiterbringt.

Auf dem Heimweg schaute ich schnell bei einem Kollegen im St. Galler Espenmoos vorbei, wo inzwischen wieder regelmässig gespielt wird. Die markante Haupttribüne wurde stehengelassen, die restlichen Seiten eingzäunt und durch einen Kunstrasen erweitert. Hier tragen nun die U21-Equipe und die Damen des FC St. Gallen ihre Heimspiele aus.

Mit drei befreundeten Bayern-Fans wurde schliesslich in einer Wohnung in der Innenstadt der abendliche Bundesliga-Knaller mitverfolgt, ehe der strenge Tag sein Ende fand.



Sarajevo, Zenica und Wien.

13 12 2009

Der Besuch beim bosnischen Fussballverband brachte leider nicht die gewünschten Ergebnisse in Form von Eintrittskarten, doch man verwies uns immerhin auf ein Reisebüro namens „Centrotrans“, nur ein paar Schritte die Strasse runter. Ohne grosse Hoffnung betraten wir das Geschäft und siehe da, ohne lange zu zögern wurden uns 5 Eintrittskarten für das wohl wichtigste Spiel in der Geschichte des Landes zum Originalpreis vom 30 KM (15 Euro) verkauft. Die Tickets waren zwar wie erwartet aus dem Restkontingent der Portugiesen (also im Gästeblock), doch das störte uns wenig.

Nun hatten wir Blut geleckt und wollten unser Glück herausfordern. Wäre heute sogar ein Doppler möglich? Zusammen mit der Neuseeländerin Helen organisierten wir nach zähen Verhandlungen ein Taxi, welches uns erst einmal zum Stadion Grbavica in Sarajevo fahren sollte. Bei der Ankunft gaben wir dem Taxifahrer eine Anzahlung und vereinbarten ihn pünktlich zum Spielende wieder vor dem Stadion zu treffen.

Fussball, Bosnien und Herzegowina, U21-EM-Qualifikation, neuer Ground und Länderpunkt
18.11.09 Bosnien und Herzegowina – Wales
2:1 (1:1), ca. 800 Zuschauer, Stadion Grbavica, Sarajevo

Hier, im zweitgrössten Stadion der Stadt und Heimat des N.K. Zeljeznicar Sarajevo wurde zeitgleich mit unserer Ankunft das U21-Länderspiel zwischen Bosnien und Herzegowina und Wales angepfiffen. Der Eintritt war frei und nur gerade etwa 800 Zuschauer fanden den Weg ins sehenswerte Stadion, dessen Markenzeichen die alte Dampflokomotive auf der Gegengerade ist.

Während der Pause stolperten wir per Zufall in den Clubraum der örtlichen Ultragruppierung, wo ein paar der Mitglieder ihr Stadion per Videokameras überwachten. Die beiden Berner unterhielten sich noch lange, während wir uns die zweite Hälfte des Spiels ansahen. Die Gastgeber gewannen dies mit 2:1 und die rund ein Dutzend mitgereisten Waliser konnten enttäuscht die Heimreise antreten.

Während wir uns nach dem Schlusspfiff noch mit etwas Bier eindeckten bog auch schon unser Taxifahrer um die Ecke, und wir quetschten uns für die nächsten 75 Kilometer in das für 6 Personen (mit Fahrer) definitiv zu kleine Auto. Viel zu früh erreichten wir schliesslich Zenica, der Ort an dem das Barrage-Spiel für die WM-Qualifikation in Südafrika stattfinden sollte. Die Bosnier verloren in Lissabon mit 0:1, doch dass dieser Rückstand in der Hölle von Zenica wettgemacht werden konnte war den Einheimischen ohne weiteres zuzutrauen.

Fussball, Bosnien und Herzegowina, WM-Qualifikation Barrage, neuer Ground
18.11.09 Bosnien und Herzegowina – Portugal
0:1 (0:0), ca. 15’000 Zuschauer (ausverkauft), Bilino Polje, Zenica

Direkt beim Aussteigen trauten wir unseren Augen kaum. Rund 10’000 Leute bevölkerten die Gegend um das Stadion. Ein Ticket hatte wohl keiner, denn das Stadion war 2 Stunden vor Anpfiff bereits rappelvoll. Wir begaben uns als auch in den Hexenkessel und fanden uns schliesslich zusammen mit gut 100 Portugiesen in der hintersten Ecke des Gästesektors wieder, umringt von dutzenden Polizisten. Der Rest der Tickets ging wie erwartet an Bosnische Fans.

Die Stimmung war phänomenal, bis zur 56. Minute. Dann nämlich machte Raúl José Trindade Meireles den Traum der Bosnier mit seinem Treffer zum einzigen Tor des Spiels zunichte. Schlagartig leerten sich die Tribünen und vorbei war die ganze Euphorie. Bosnien kam zwar am Ende noch zu guten Chancen, doch es halfen alle Versuche nichts, der Traum der ersten WM-Teilnahme war ausgeträumt. Die erhoffte Party im Anschluss fiel also ins Wasser, und so machten wir uns auf die Suche nach einem Bus für die Heimfahrt.

Die rund einstündige Suche am Busbahnhof (wo hauptäschlich ausgediente Busse aus Österreich und Deutschland herumstanden) blieb aussichtslos. Jeder Winkel des Landes wurde angefahren, nur nicht die Hauptstadt. Es blieb uns nichts anderes übrig als erneut ein Taxi zu nehmen. Die Fahrt wurde durch einen kurzen Zwischenfall auf einem Autobahnzubringer unterbrochen. Bei einem Stau vermochte der Fahrer hinter uns nicht mehr rechtzeitig zu bremsen und prallte in unser Taxi. Verletzt wurde niemand ausser der Golf des Unfallverursachers. Trotzdem rückte die Polizei an, welche sich allerdings wenig dafür interessierte wieviele Personen sich in den Autos befanden. Lange nach Mitternacht erreichten wir schliesslich wieder unsere Unterkunft.

Am nächsten Morgen hiess es Abschied nehmen von den Bernern. Jasmin und seine Frau brachten uns mit dem Auto zum Flughafen Sarajevo, wo wir noch auf die Portugiesische Nationalmannschaft trafen. Es folgte ein kurzes Frühstück, welches für Flughafenverhältnisse geradezu billig war. Eine kleine Propellermaschine der B&H Airlines flog uns schliesslich in die Österreichische Hauptstadt Wien. Etwas schade war das für Sightseeing in Sarajevo kaum Zeit blieb. Die Stadt hätte viel zu bieten.

Da wir beide Wien eigentlich schon zu Genüge kannten beschränkten sich unsere Aktivitäten auf den Besuch der Gräber von Musikgrössen wie Mozart, Beethoven und Falco auf dem Wiener Zentralfriedhof, dem Verzehr eines Schnitzels in einer typischen Wiener Gaststätte, einer durchzechten Nacht im Partyviertel „Bermudadreick“ und natürlich dem Besuch einiger Fussballspiele.

Fussball, Österreich, 1. Liga, neuer Ground
20.11.09 First Vienna FC – FK Austria Wien Amateure
0:2 (0:2), 1’200 Zuschauer, Stadion Hohe Warte, Wien

Den Anfang machte das kleine Wiener Derby zwischen dem First Vienna FC und der Zweitvertretung der Wiener Austria auf der Hohen Warte, dem ehemaligen Nationalstadion Östereichs. Das ehemals modernste Stadion Kontinentaleuropas fasste zu Spitzenzeiten über 80’000 Zuschauer. Zum heutigen Derby kamen gerade mal deren 1’200. Das Spiel war unterhaltsam und auch die Fanszene des First Vienna FC vermochte einige positive Akzente zu setzen.

Fussball, Österreich, Wiener Liga, neuer Ground
21.11.09 Rennweger SV – SV Gerasdorf / Stammersdorf
2:2 (2:0), 200 Zuschauer, Sportplatz Grasbergergasse, Wien

Am Samstag trafen wir uns mit Flo, einem Mitglied der Ultras Rapid, auf dem Sportplatz in der Grasbergergasse, wo wir während des Wienerligaspiels zwischen dem Rennweger SV und dem SV Gerasdorf / Stammersdorf ein wenig plauderten. Flo war schon ganz nervös wegen dem anstehenden Deryb am Sonntag. Zur zweiten Halbzeit verabschiedete er sich um sich das Abschlusstraining in Hütteldorf anzuschauen.

Fussball, Österreich, Bundesliga
21.11.09 SC Wiener Neustadt – LASK Linz
Das Spiel musste kurz vor Beginn wegen starkem Nebel abgesagt werden.

Wir fuhren nach dem Spiel ohne Umwege nach Wiener Neustadt. Ziel des heutigen Abend war es (zumindest für mich) endlich wieder die Österreichische Bundesliga zu komplettieren. Als wir aber vor dem Stadion standen mussten wir enttäuscht feststellen dass das Spiel wegen Nebel abgesagt wurde. Der Nebel war so dicht dass an Fussball in der Tat nicht zu denken war. Wir trafen noch auf RS-Krusty und ein paar andere Münchner Hopper und traten sogleich die Rückreise an.

Am Westbahnhof angekommen holte ich mein Gepäck, verabschiedete mich von David und fuhr mit dem Nachtzug „Wiener Walzer“ zurück in die Schweiz. David setzte seine Reise am nächsten Morgen in Richtung München fort um sich das Spiel des FC Bayern anzuschauen. Eine nette Woche Urlaub fand also ihr Ende. Ausser der Spielabsage ganz zum Schluss klappte alles wie am Schnürchen und 2 neue Länderpunkte konnten auch verbucht werden. Balkan, wir kommen wieder.



Ein Ausflug ins verregnete Vorarlberg.

28 10 2009

Fussball, Österreich, Vorarlbergliga, neuer Ground
17.10.09 SK Meiningen – FC Höchst
1:1 (0:0), 200 Zuschauer, Sportplatz, Meiningen

Vorarlberg, Oktober 2009 (3)

Vorarlberg, Oktober 2009 (4)

Eishockey, Österreich, Nationalliga, neuer Ground
17.10.09 EC Dornbirn – EHC Bregenzerwald
9:1 (2:0, 4:1, 3:0), 1’170 Zuschauer, Messestadion, Dornbirn

Vorarlberg, Oktober 2009 (11)

Vorarlberg, Oktober 2009 (13)

Fussball, Österreich, 4. Landesklasse, neuer Ground
18.10.09 FC Eintracht Bremenmahd – FC Andelsbuch 1b
3:0 (1:0), 50 Zuschauer, Sportplatz Bremenmahd (Nebenplatz, Kunstrasen), Dornbirn

Vorarlberg, Oktober 2009 (15)

Vorarlberg, Oktober 2009 (16)



Vorarlberg und Ostschweiz.

7 09 2009

Fussball, Österreich, Vorarlbergliga, neuer Ground
06.09.09 FC Schwarzach – FC Brauerei Egg
1:5 (1:4), 350 Zuschauer, Sportanlage Kella, Schwarzach

FC Schwarzach - FC Brauerei Egg, Vorarlbergliga, 6.9.2009, Sportanlage Kella, Schwarzach (3)

FC Schwarzach - FC Brauerei Egg, Vorarlbergliga, 6.9.2009, Sportanlage Kella, Schwarzach (7)

Fussball, Schweiz, 2. Liga OFV, neuer Ground
06.09.09 FC Montlingen – FC Staad
6:1 (3:0), 350 Zuschauer, Sportplatz Kolbenstein, Montlingen

FC Montlingen - FC Staad, 2. Liga OFV, 6.9.2009, Sportplatz Kolbenstein, Montlingen (1)

Fussball, Österreich, Vorarlbergliga, neuer Ground
06.09.09 FC Simon Inst. Mäder – SC Austria Lustenau Am.
0:2 (0:0), 150 Zuschauer, Sportplatz FC Mäder, Mäder

FC Mäder - SC Austria Lustenau Am., Vorarlbergliga, 6.9.2009, Sportplatz FC Mäder, Mäder



Ein Wochenende in München und Salzburg.

24 05 2009

Dank einer aussergewöhnlichen Fernsehansetzung in der 2. Deutschen Bundesliga konnte dieses Fussballwochenende bereits am Donnerstag losgehen. Mit dem Eurocity fuhr von Lenzburg via Zürich nach Lindau, natürlich wie immer nur mit einem bis Buchs gültigen Ticket. Tja, dieses Mal hatte ich Pech gehabt und die Schaffnerin hatte sich mein Gesicht gemerkt, also durfte ich im Zug den restlichen Teil noch nachlösen.

Von Lindau an war dann das Bayernticket gültig, mit dem es erst einmal in die Landeshauptstadt München ging. Wie üblich führte der Weg als erstes nach Ottobrunn, wo ich mich bei meiner Grossmutter für die Nacht einquartierte und wie immer ein üppiges Essen vorgesetzt bekam. Nach zwei Stunden Verdauungsschlaf ging es dann zurück zum Hauptbahnhof, wo ich mich mit David traf. Gemeinsam fuhren wir schliesslich nach Ingolstadt, wo der stark Abstiegsgefährdete FC Ingolstatdt 04 auf den FC St. Pauli aus Hamburg traf.

Fussball, Deutschland, 2. Bundesliga, neuer Ground
14.05.09 FC Ingolstadt 04 – FC St. Pauli
0:1 (0:0), 5’432 Zuschauer, TUJA-Stadion, Ingolstadt

Das Stadion war innert wenniger Minuten erreicht, es befand sich ja direkt auf der anderen Seite der Bahngeleise. Dort trafen wir auf Soke, Ralf und Timo aus der Region Stuttgart, mit welchen wir auch schon die eine oder andere Tour bewältigt hatten. Die Suche nach einer Kneipe ausserhalb des Stadions blieb erfolglos, worauf wir schliesslich eintraten. An dem heutigen Tag wollte man sogar noch 2 Euro Topzuschlag von uns.

TUJA-Stadion - Ingolstadt (3)

Ingolstadt - TUJA-Stadion (6)

Das Bier im Stadioninnern war ungelogen das schlechteste das ich in meinem Leben getrunken habe. Herrnbräu, welch eine Schande für den Bierstaat Bayern. Die Stimmung war mies, sowohl bei den Pauli-Fans als auch im Heimsektor. Die Schanzer (der Übername der Ingolstädter) hatten Torchancen im Überfluss, doch wie erwartet waren es die Gäste welche in der 86. Minute zum einzigen Tor des Spiels trafen und die Ingolstädter endgültig in die 3. Liga beförderten. Ich denke vermissen wird sie kaum jemand.

Nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen verliess ich Ottobrunn gegen Mittag, um wieder mit dem Bayernticket nach Salzburg zu fahren (dieses ist bis Salzburg Hauptbahnhof gültig).

Vom Bahnhof waren es nur wenige Schritte ins YoHo, einem empfehlenswerten Hostel, wo ich mir ein Bett reserviert hatte. Nach einer Dusche suchte ich mir die beste Buskarte raus (dies war in meinem Fall das 24h-Ticket) und fuhr nach Anif, von wo aus mir noch ein längerer Fussmarsch zur Untersbergarena in Grödig bevorstand. Das Stadion des SV Grödig ist leider mit dem öffentlichen Verkehr überhaupt nicht erschlossen.

Fussball, Österreich, ADEG 1. Liga, neuer Ground
15.05.09 SV Grödig – FC Wacker Innsbruck
2:3 (2:3), 1’050 Zuschauer, Untersberg-Arena, Grödig

Nicht umsonst hatte ich mir das Spiel gegen den FC Wacker Innsbruck ausgesucht. Die Wacker-Fans sind bekannt dafür dass es an Auswärtsspielen etwas härter zu und hergeht. So mochten auch die unzähligen Polizisten welche sich im Dorf positioniert hatten nich wirklich zu überraschen. Am Stadion angekommen war die Enttäuschung gross: Nur eine handvoll Wacker-Fans war anwesend.

Salzburg, Grödig

Rund zehn Minuten nach Spielbeginn hatte sich die Zahl dann doch noch auf rund sechzig erhöht, spektakuläre Aktionen blieben aber aus. Umso spektakulärer war dafür das Geschehen auf dem Platz. Nach der ersten Hälfte stand es 3:2 für die Gäste. Leider passierte nach dem Pausentee gar nichts mehr. Etwas befremdet musste ich zusehen wie plötzlich rund dreissig (gelangweilte) Polizisten in den Grödiger Sektor stürmten und mehrere Personen erst kontrollierten und dann abführten.

Die Nacht liess ich in der Hostelbar zusammen mit Daniel aus Brasilien bei ein paar leckeren Stiegl-Bieren ausklingen. Auch die Bar kann ich nur weitermpfehlen.

Am nächsten Tag musste ich um 10:00 das Zimmer räumen, liess mein Gepäck aber im Hostel. Da ich die Stadt bereits kannte war Sightseeing nicht mehr so gefragt. Ich wartete also auf die paar Luzerner die sich noch angekündgt hatten, um kurz darauf zu erfahren dass diese den Trip kurzfristig abgesagt hatten. Nach einem Blick in die Kronenzeitung fand ich schliesslich noch eine Spielansetzung für 14:00. Die 1b des Salzburger AK sollte im brandneuen Sportzentrum Mitte spielen. Als ich schliesslich ankam wurde lediglich ein unscheinbarer Kunstrasenplatz als Spielort auserkoren. Dazu kam erschwerend hinzu dass der Schiedsrichter massive Verspätung hatte, worauf ich mich entschloss nach Maxglan zu fahren, jedoch nicht ohne vorher eine Stärkung in Form von Chinesischem Essen einzunehmen.

Fussball, Österreich, 2. Landesliga Nord, neuer Ground
16.05.09 SV Austria Salzburg – SK Adnet
3:0 (2:0), 1’600 Zuschauer, ASKÖ-Sportanlage West, Salzburg

Rund 40 Minuten musste ich auf den Bus warten, da ich den ersten um Sekunden verpasst hatte, und der zweite unterwegs abgeschleppt werden musste. Kurz nach 16:00 erreichte ich schliesslich die ASKÖ-Sportanlage West, auch Austria-Stadion genannt, denn hier trägt die SV Austria Salzburg 1933 ihre Heimspiele aus.

Nachdem der Verein am 6. April 2005 vom Getränkegiganten Red Bull aufgekauft wurde und quasi aufgelöst wurde, beschlossen die Fans der Austria Ihren Verein in den Niederungen des Salzburger Regionalfussballs weiterleben zu lassen. Nun stand das Spiel gegen den AK Adnet an. Ein Punktegwewnn würde zum Aufstieg in die Salzburgliga (4. Spielklasse) reichen.

Salzburg, Grödig (24)

Salzburg, Grödig (33)

Salzburg, Grödig (43)

Salzburg, Grödig (70)

Salzburg, Grödig (82)

Rund 1’600 Zuschauer fanden sich im kleinen Stadion ein. Zu Beginn wurde von den Ultras eine schöne Choreo zu deren zehnjährigen Bestehen gezeigt. Nach der Pause wurden mehrer Signalfackeln gezündet. Die Stimmung auf der Tribüne war etwas vom Besten das ich seit langem gesehen und gehört habe. Durch eine verdienten 3:0 Sieg wurde der Aufstieg schliesslich wie erwartet geschafft. Nach dem Schlusspfiff trampleten die Fans den Zaun nieder und lagen sich mit den Spielern in den Armen. Rund eine Stunde wohnte ich dem Spektakel noch bei, ehe ich zurück zum Hostel fuhr.

Salzburg, Grödig (91)

Bis etwa um Mitternacht feierte ich noch in der Hostelbar, um anschliessend mit dem Eurocity „Wiener Walzer“ nach Zürich durchzufahren. Bekanntlich lässt es sich ja gemütlich schlafen in den ÖBB-Wagen. Kurz nach 6:00 erreichte ich schliesslich die Limmatstadt, von wo es nur noch 20 Minuten nach Hause waren.



Ein paar Tage im Osten.

19 03 2009

Am Dienstagmorgen führte mich der Weg erst via Zürich und Buchs nach Österreich, ehe ich am späteren Nachmittag nach einer Fahrt im bequemen ÖBB-Eurocity die wunderschöne Stadt Wien erreichte. Zeit für Sightseeing hatte ich diesmal keine, denn mit der Lokalbahn (eigentlich nur ein Tram) gings weiter nach Maria Enzersdorf, der Heimat des Zweitigisten Admira Wacker Mödling.

Fussball, Österreich, Stiegl-Cup, neuer Ground
03.03.09 FC Admira Wacker Mödling – SV Ried
1:1 (0:0), 2:2 (2:1) n.V., 4:3 n.P., 1’300 Zuschauer, Trenkwalder Arena, Maria Enzersdorf

Die Trenkwalder-Arena, früher bekannt als Bundesstadion Südstadt, befindet sich nur wenige Schritte neben der Haltestelle Maria Enzersdorf Südstadt. Hier fand an jenem Abend das Viertelfinalspiel im ÖFB-Stiegl-Cup zwischen Admira Wacker Mödling und dem Bundesligisten SV Ried aus Oberösterreich statt.

Von Klassenunterschied war nichts zu spüren, das Heimteam setzte die Gäste von Beginn weg unter Druck. Trotzdem waren es diese, welche das erste Tor erzielten. Wenige Minuten vor Schluss kam dann doch noch der verdiente Ausgleich. In der Verlängerung erhöhte die Admira gar auf 2:1. Wie ein Stich ins Herz schien der erneute Ausgleich in der Schlussminute. Es kam zum Elfmeterschiessen, welches zu Gunsten der Gastgeber ausging. Ein gerechtes Ergebnis, auch da der Schiedsrichter Manfred Krassnitzer in seiner Rolle alles andere als überzeugte.

Das Spiel war eines der spannendsten seit langem, auch die Randerscheinungen waren durchaus positiv. Beide Fangruppen machten mit massiver Pyro auf sich aufmerksam, und dies über das gesamte Spiel verteilt.

Exakt drei Minuten nach dem Schlusspfiff fuhr die letzte Bahn in Richtung Osten. Über Meidling führte mich der Weg nach Sopron, dem Ungarischen Grenzbahnhof, wo ich rund vier Stunden im einigermassen komfortablen Warteraum überbrücken musste. In der Früh gings über Nagykanizsa (auch hier folgte ein längerer Aufenthalt) weiter nach Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens.

Mit dem bisherigen Wetterglück schien es nun vorbei zu sein, denn mein gesamter Aufenthalt in Kroatien wurde von heftigem Regen begleitet. Ich machte mich also auf dem schnellsten Weg auf ins vorher gebuchte Buzz Backpackers, einem gemütlichen Hostel, welches allerdings nur von Japanern bewohnt wird. Es folgte ein kurzer Verpflegungsstopp, ehe das Stadion Kranjèeviæeva, unweit vom Bahnhof Glavni Kolodvor aufgesucht wurde.

Fussball, Kroatien, NK-Kup, neuer Ground und Länderpunkt
04.03.09 NK Zagreb – NK Dinamo Zagreb
0:2 (0:1), 3’000 Zuschauer, Stadion Kranjèeviæeva, Zagreb

Hier fand heute das Stadtderby zwischen NK Zagreb und Dinamo Zagreb statt. Von Derbystimmung war ausser dem massiven Polizeiaufgebot allerdings nicht viel zu spüren. Die Zuschauerzahl hielt sich mit 3’000 in Grenzen und bestand ohnehin fast nur aus Anhängern von Dinamo. Diese waren es auch die während dem Spiel durch ihr Pyroaktion für einen kurzen Unterbruch sorgten. Das Spiel ging dann auch mit 2:0 an die Gäste aus dem Stadtteil Maksimir.

Der nächste Tag wurde für Sightseeing genutzt, auch wenn ich dabei ziemlich durchnässt wurde. Die Altstadt von Zagreb ist ganz nett anzusehen, und auch die Leute hier sind recht freundlich. Etwas schade fand ich jedoch dass man im Zentrum kaum einheimische Restaurants findet, lediglich Italienische. Dafür scheint der ganze Fast Food-Hype hier noch in den Kinderschuhen zu stecken. Den Abend liess ich dann im Hostel mit zwei Japanerinnen aus Hiroshima bei einigen Tassen Tee ausklingen.

Früh aus den Federn hiess am Freitagmorgen. Mit dem Eurocity fuhr ich in die Steirische Hauptstadt Graz, wo ich im altbekannten Jugend-und Familiengästehaus eincheckte. Dieses suche ich jedesmal auf wenn ich dieser Gegend bin, schon alleine wegen dem fantastischen Frühstücksbuffet. Ich legte mich noch ein paar Stunden schlafen um am Abend ausgeruht den kurzen Weg nach Gratkorn in Angriff zu nehmen. Viele Alternativen gab es bei dem Wetter ja schliesslich nicht. Gratkorn liegt rund zehn Bahnminuten nördlich von Graz und ist vor allem durch die Papierfabrik Sappi bekannt. Das zweite Aushängeschild der Marktgemeinde ist der örtliche Fussballklub, welcher in der zweithöchsten Spielklasse des Landes vertreten ist.

Fussball, Österreich, ADEG Erste Liga, neuer Ground
06.03.09 FC Gratkorn – SKN St. Pölten
2:1 (1:0), 650 Zuschauer, Sportstadion der Marktgemeinde Gratkorn, Gratkorn

Der heutige Gegner kam aus St. Pölten und brachte rund 20 aktive Fans mit, welche neunzig Minuten für Unterhaltung sorgten. Von den Heimfans war kaum etwas zu sehen, geschweigedenn zu hören. Das Spiel endete mit 2:1 für den FC Gratkorn, mehr gibt s dazu nicht zu schreiben.

Am nächsten Samstag folgte eine kurze Fahrt nach Maribor, der zweitgrössten Stadt Sloweniens unweit der Österreichischen Grenze. Der Nachmittag wurde in der hübschen Fussgängerzone verbracht und als die Geschäfte dann schlossen wechselte ich ins Irish Pub, wo zu einem Pint Guinness Deutsche Bundesliga geschaut werden konnte. Leider wurde genau das langweiligste Spiel des Tages, Hoffenheim gegen Bremen gezeigt.

Kurz vor Abpfiff trottete ich dann zum Stadion Ljudski vrt, der Heimstätte des NK Maribor. Das Stadion wurde in den letzten Monaten massiv erneuert. Die markante alte Haupttribüne blieb bestehen und wurde durch eine ähnliche Konstruktion auf den anderen drei Seiten ergänzt. Alles in allem hat das Stadion trotz der Modernisierung seinen speziellen Charakter nicht verloren.

Fussball, Slowenien, Prva Liga Telekom, neuer Ground und Länderpunkt
07.03.09 NK Maribor – NK Nafta Lendava
3:1 (2:1), 4’500 Zuschauer, Stadion Ljudski vrt, Maribor

Zum heutigen Spitzenspiel gegen den NK Nafta Lendava kamen 4’500 Zuschauer ins Stadion, die Gäste allerdings erst mit rund zwanzig Minuten Verspätung. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1 und die erste Pyroshow des Spiels war Geschichte. Die Gäste präsentierten noch eine Minichoreographie, ehe sie den Rest des Spiels mit nacktem Oberkörper supporteten. Mit den Fans des Platzherren konnten sie sich jedoch in keinster Weise messen, und auch auf dem Rasen ging das Kräftemessen mit 3:1 an den aktuellen Leader der Prva Liga Telekom, der höchsten Liga Sloweniens. Von diesem Spiel war ich positiv überrascht, ebenso in spielerischer wie in fantechnischer Hinsicht.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff bestieg ich erst den Eurocity nach Graz, wo dann der direkte Nachtzug nach Zürich mit seinen wunderbar bequemen Sechserabteilen einrollte. Gegen 10:00 war ich dann auch zuhause, wo ich kurz duschen konnte ehe es weiter zum Spiel des FC Luzern ging.